Aktuelle Pressemitteilungen

Tag der Immunologie: Das Immunsystem als Brücke zwischen Gesundheit und Krankheit

Am 29. April wird jedes Jahr auf der ganzen Welt der Tag der Immunologie gefeiert. Der von der European Federation of Immunological Societies (EFIS) ins Leben gerufene Tag soll das Bewusstsein der Öffentlichkeit für die Bedeutung der Immunologie und immunologischen Forschung als Grundlage für die individuelle Gesundheit und das Wohlbefinden stärken. Forschende des Universitätsklinikums und der Universität Würzburg schildern, welche Relevanz die Immunologie in ihrem jeweiligen Fachbereich hat.

 

Experten des UKW zur Relevanz
Den internationalen Tag der Immunologie am 29. April nehmen zahlreiche Expertinnen und Experten aus der Universitätsmedizin Würzburg zum Anlass, um die Relevanz der Immunologie in ihrem jeweiligen Fachbereich zu schildern und zu zeigen, welches Potenzial die immunologische Forschung auf die Gesundheit der Bevölkerung hat.

Killerzellen, Fresszellen, Gedächtniszellen oder Helferzellen. Sie alle sind wichtige Kämpfer in unserem Immunsystem, die unseren Körper vor Krankheitserregern wie Bakterien, Viren und Pilzen sowie Giften schützen. Warum wir diesen Abwehrmechanismen nicht erst Aufmerksamkeit schenken sollten, wenn sie uns im Stich lassen, und wie die Immunologie, also die Lehre der Grundlagen dieser Abwehrmechanismen sowie der Störungen und Fehlfunktionen, unsere Gesundheit verbessern kann, verdeutlichen Fachleute aus verschiedenen Disziplinen am Universitätsklinikum Würzburg und an Instituten der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. 

Balance zwischen Toleranz und Abwehr - zu Beginn unseres Lebens ist unser Immunsystem besonders formbar

Schon mit der Geburt muss sich das kindliche Immunsystem an die neue Umwelt anpassen und lernen, bedrohliche Einflüsse wie Infektionen abzuwehren. „Dabei spielen die Besiedlung mit Keimen, das Mikrobiom, aber auch Infektionen selbst entscheidende Rollen, um das Immunsystem zu trainieren und eine Balance zwischen Toleranz und Abwehr einzustellen“, weiß Prof. Dr. med. Dorothee Viemann, Ko-Sprecherin des Sonderforschungsbereichs DECIDE - DECisions in Infectious DisEases und Leiterin der Translationalen Pädiatrie am Uniklinikum Würzburg. Sie betont, dass das Immunsystem von Neugeborenen nicht unreif ist, sondern sinnvoll für die neuen Aufgaben programmiert. „In den ersten Lebensjahren nach der Geburt sind alle Einflüsse auf des Immunsystem derart prägend, dass sie nachhaltig die spätere Funktion unseres Immunsystems und damit über Gesundheit und Krankheit bestimmen.“

Immundefekte und Autoinflammatorische Erkrankungen früh erkennen und therapieren 

Es gibt jedoch auch angeborene Erkrankungen des Immunsystems, die bereits im frühen Kindesalter zur Immunschwäche und Anfälligkeit für schwere Infektionen führen. Auf der anderen Seite können chronische Entzündungen und immer wiederkehrende Fieberschübe als Folge einer Störung des Immunsystems auftreten. „Die Früherkennung dieser Erkrankungen des Immunsystems ist extrem wichtig, um den erkrankten Kindern Leid zu ersparen und die Behandlungsprognose deutlich zu verbessern“, betont Privatdozent Dr. Henner Morbach, Leiter der Pädiatrischen Entzündungsmedizin an der Kinderklinik des UKW und Sprecher des Zentrums für Primäre Immundefekte und Autoinflammatorische Erkrankungen (ZIDA). „Durch eine Stammzelltransplantation lassen sich viele dieser Erkrankungen heilen. Unser Immundefektzentrum am UKW bietet als eines der wenigen Zentren in Deutschland die Möglichkeit zur umfangreichen Diagnostik und Therapie an. Die Erforschung der Ursachen dieser genetischen Erkrankungen hilft uns zudem, das Immunsystem des Menschen besser zu verstehen.“ Um die Erkennung, Erforschung und Behandlung von Erkrankungen des Immunsystems bei Kindern und Jugendlichen voranzutreiben, haben sich Fachleute aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in der Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Immunologie (API) zusammengeschlossen. Henner Morbach richtet in diesem Jahr die Jahrestagung der API vom 04.-06.05.23 im Kloster Banz aus.

Um gesund zu bleiben oder zu werden, brauchen wir das Immunsystem, sei es im Rahmen von Entzündungsreaktionen, Heilungsprozessen, Tumorabwehr, Abwehr von Infektionserregern, im Austausch mit dem Mikrobiom oder in Entwicklung und Alterung

Eine Expertin für Kinder- und Jugendmedizin und Immunologie ist auch Prof. Dr. Martina Prelog. In ihrem Fachbereich der Pädiatrischen Rheumatologie und Speziellen Immunologie erforscht sie mit ihrem Team die Entzündungsmechanismen im Rahmen von Autoimmunerkrankungen und beschäftigt sich mit der Infektionsimmunologie. „Unser Immunsystem bleibt fit, indem eine ausbalancierte immunologische Interaktion mit unserer Umwelt und der Selbsttoleranz stattfindet. Um gesund zu bleiben oder zu werden, brauchen wir das Immunsystem, sei es im Rahmen von Entzündungsreaktionen, Heilungsprozessen, Tumorabwehr, Abwehr von Infektionserregern, im Austausch mit dem Mikrobiom oder einfach nur in Entwicklung und Alterung.“ 

Direkt am Tag der Immunologie, am 29. April, um 16 Uhr, spricht Martina Prelog beim Webinar der Deutschen Gesellschaft für Immunologie zum Thema „Warum sollte ich mein Kind impfen lassen?“. Ihre Kollegin Prof. Dr. Eva Peters von der Justus-Liebig Universität Gießen verrät, wie wir unser Immunsystem fit halten können. Die Teilnahme ist kostenfrei, Anmeldungen sind über die Webseite "Immunologie für jedermann" der Deutschen Gesellschaft für Immunologie e.V. möglich.

Immunstatus kontrollieren und Impflücken schließen

Ein Befürworter des Impfens ist auch Dr. Manuel Krone, kommissarischer Leiter Zentrale Einrichtung Krankenhaushygiene und Antimicrobial Stewardship: „Das Immunsystem ist die wichtigste Barriere unseres Körpers gegenüber Infektionserregern. Daher ist es gerade auch in der Krankenhaushygiene von großer Bedeutung, wie dieses, zum Beispiel. durch Impfungen, gestärkt werden kann und schwächende Einflüsse, etwa durch Immunsuppressiva oder Auskühlung, reduziert. Daneben ist die Beurteilung des Immunstatus wichtig, um abzuschätzen, welche zusätzlichen Schutzmaßnahmen gegenüber Infektionserregern notwendig sind.“ Sein Appell: „Kontrollieren Sie Ihren Impfpass und schließen Sie Impflücken!“

Lebensbedrohliche Pilzinfektionen treten dann auf, wenn unser Immunsystem nicht funktioniert!

Impfungen, zum Beispiel gegen Grippe und Pneumokokken, empfiehlt ebenfalls Prof. Dr. Oliver Kurzai, Leiter des Nationalen Referenzzentrums für Invasive Pilzinfektionen (NRZMyk) und Vorstand des Instituts für Hygiene und Mikrobiologie der Universität Würzburg. „Impfungen sind ein gezieltes Fitness-Training für unser Immunsystem. Darüber hinaus hilft unserem Immunsystem ein gesunder Lebensstil: ausgewogenes Essen, Bewegung und frische Luft.“ Als Nationales Referenzzentrum für Invasive Pilzinfektionen sehen Oliver Kurzai und seine Kolleginnen und Kollegen jeden Tag, dass der Ausfall unseres Immunsystems dramatische Auswirkungen haben kann. „Lebensbedrohliche Pilzinfektionen treten dann auf, wenn unser Immunsystem nicht funktioniert! Besonders wichtig für den Schutz sind unsere Immunzellen. Gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern am Uniklinikum Würzburg arbeiten wir daran, das besser zu verstehen und in Zukunft Immunzellen zur Behandlung von Pilzinfektionen einzusetzen.“

Die Interaktion von Immunzellen mit Schimmelpilzen

Ein Kooperationspartner ist die AG Löffler, deren Forschungsfokus auf Funktionsanalysen des Immunsystems liegt, besonders bei Personen, deren Immunsystem, beispielsweise durch eine Chemotherapie, nicht effektiv funktioniert. „Diese Problematik betrifft fast alle Immunzellen“, erklärt Prof. Dr. Jürgen Löffler. „Wir beschäftigen uns insbesondere mit der funktionalen Analyse von Immunzellen in deren Interaktion mit humanpathogenen Pilzen (Schimmelpilze), auch im Zusammenspiel dieser Pilze mit Viruserkrankungen. Wir möchten verstehen, welche Immunzellen wie auf Schimmelpilze reagieren, warum sie bestimmte Defekte haben, und wie wir solchen Immunzellen helfen können, Pilzinfektionen besser abzuwehren.“

Bei Rheuma und immunologischen Erkrankungen richtet sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper

Die Auswirkungen von fehlgesteuerten Immunzellen sieht Privatdozent Dr. Marc Schmalzing, Leiter des Schwerpunkts Rheumatologie und Klinische Immunologie am UKW Tag für Tag. Bei rheumatischen und immunologischen Erkrankungen richtet sich das Immunsystem zum Beispiel gegen den eigenen Körper, die Immunzellen reagieren über oder verlieren ihre Funktion. „Ein wichtiger Forschungsschwerpunkt in unserem Zentrum für Riesenzellarteriitis (ZeRi) sind die Großgefäßvaskulitiden, bei der das Immunsystem die Strukturen der Hauptschlagader und größere Gefäßabgänge der Aorta angreift und Entzündungen verursacht“, berichtet Marc Schmalzing. 

„Unsere Therapien können diese Fehlsteuerung der angeborenen und erworbenen Immunzellen gezielt beeinflussen, indem sie beispielsweise bestimmte immunologische Botenstoffe blockieren.“

Behandlung von Hauttumoren mit Antikörper-basierten Immuntherapien

Als Fluch und Segen zugleich sieht Prof. Dr. Bastian Schilling, das Immunsystem. „Gerät es aus der Balance, entstehen verschiedenste entzündliche Hautkrankheiten, berichtet der Leiter der AG Translationale Tumorimmunologie und Immuntherapie in der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie. „Erfreulicherweise können wir diese Entzündungen häufig durch immer präzisere Immunmodulatoren erfolgreich behandeln. Gleichzeitig werden Hauttumoren vom Immunsystem oftmals spontan erkannt. Wir können dieses Phänomen durch Antikörper-basierte Immuntherapien nutzen, um selbst sehr fortgeschrittene Tumoren zu behandeln und teilweise dauerhaft unter Kontrolle bringen.“

Die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Astrid Schmieder arbeitet zum Beispiel daran, Tumor-assoziierte Makrophagen umzuprogrammieren: „Die Makrophagen, auch als Fresszellen bekannt, können unter geeigneten Umständen das Wachstum von Krebszellen fördern“, erläutert die Dermatologin. „Wir versuchen sie so zu verändern, dass sie gegen den Prozess der Tochtergeschwulstbildung, der Metastasierung agieren und den Tumor angreifen.“

Immuntherapie: CAR-T-Zellen zählen zu den großen Hoffnungsträgern in der Krebsmedizin

„Unser Immunsystem ist die beste Waffe gegen Krebs!“ Davon ist auch Privatdozent Dr. Leo Rasche überzeugt von der Medizinischen Klinik und Poliklinik II am UKW überzeugt. Man müsse dem Immunsystem aber manchmal auf die Sprünge helfen, sonst kann es die Tumorzellen nicht erkennen und beseitigen. „In der Hämatologie und Onkologie machen wir das mithilfe von CAR-T-Zellen, bispezifischen Antikörpern und sogenannten Checkpoint-Inhibitoren. Dabei leisten vor allem die T-Zellen eine wichtige Arbeit. Diese Zellen sind Serial Killer, eine einzige kann tausende Tumorzellen beseitigen.“ Prof. Dr. Michael Hudecek ergänzt: „Mit Hilfe dieser intelligenten CAR-modifizierten Immunzellen ist es möglich, selbst weit fortgeschrittene Krebserkrankungen wirkungsvoll zu behandeln. CAR-modifizierte Immunzellen als „lebendes Medikament“ sind in der modernen Medizin eine der vielversprechendsten Behandlungsmethoden gegen Krebs.“ Hudecek ist Professor für Zelluläre Immuntherapie und einer der weltweit führenden Wissenschaftler für die CAR-T-Zelltherapie. Er koordiniert unter anderem das EU-Projekt T2EVOLVE, eine Allianz führender akademischer und industrieller Akteure in der Krebsimmuntherapie und das EU Projekt CARAMBA zu klinischen Studien mit CAR-T-Zellen.

Das Uniklinikum Würzburg spielt bei der Erforschung, Anwendung und Ausweitung dieses neuen Arzneimittelprinzips eine international bedeutende Rolle. Prof. Dr. Hermann Einsele, Direktor der Medizinischen Klinik II und Sprecher des NCT-Standortes WERA, gilt als Meinungsführer in der CAR-T-Zelltherapie, er hat diese als erster in Europa klinisch eingesetzt: „Wir waren an sämtlichen Zulassungen für die verschiedenen Indikationen mit hochrangig publizierten Studien beteiligt.“ Darüber hinaus ist Hermann Einsele Co-Sprecher in drei verschiedenen Transregio Sonderforschungsbereichen: Im Transregio TRR 124 „FungiNet“ beschäftigen wir uns u.a. mit neuausgerichteten Immunzellen in der Bekämpfung von Pilzinfektionen, im TRR721 „Steuerung der Transplantat-gegen-Wirt- und Transplantat-gegen-Leukämie-Immunreaktionen nach allogener Strammzelltransplantation“ mit genetischer Manipulation und Antikörper-vermittelter Immunaktivierung gegen Tumorzellen und schließlich im TRR 338 „LETSImmun – Lymphozyten Engineering für Therapeutische Synthetische Immunität“ mit dem Einsatz von genetisch manipulierten Immunzellen bei Infektionen, Tumorerkrankungen und Autoimmunerkrankungen.

Blutplättchen steuern nicht nur die Blutgerinnung, sondern auch Entzündung und Immunantwort

Neben den weißen Blutzellen, den Leukozyten, haben auch die Blutplättchen, die so genannten Thrombozyten, wichtige Funktionen im Immunsystem. Neuere Forschungen zeigen immer deutlicher, dass Blutplättchen nicht nur wesentlich für die Blutgerinnung sind, sondern auch zentral an der Steuerung von Entzündungsprozessen und der Immunantwort beteiligt sind, indem sie das Zusammenspiel von Immunzellen und der Gefäßwand koordinieren und antreiben. Mit diesen gänzlich neuen und klinisch hochrelevanten Funktionen der Thrombozyten beschäftigt sich der Sonderforschungsbereich Transregio 240 (TRR 240) unter der Leitung von Prof. Dr. Bernhard Nieswandt, der auch Direktor des Instituts für Experimentelle Biomedizin ist. So wurde in Würzburg der nunmehr international etablierte Begriff der Thrombo-Inflammation geprägt, um diese neuen Krankheitsprozesse zu beschreiben. „Thrombo-Inflammation spielt bei einer stetig wachsenden Zahl von Krankheitsgeschehen, wie Schlaganfall, akutes Atemnotsyndrom, Sepsis, aber auch bei Tumorerkrankungen eine entscheidende Rolle, was weitreichende Möglichkeiten für neue Therapieansätze eröffnet“, ist Bernhard Nieswandt überzeugt. So wurden basierend auf den grundlegenden Arbeiten am Uniklinikum Würzburg bereits erste Medikamente entwickelt, die in den Prozess der Thrombo-Inflammation eingreifen. Derzeit befinden sich therapeutische Antikörper gegen den Gerinnungsfaktor XII und den Blutplättchen-Rezeptor GPVI in der klinischen Erprobung, wobei erste Ergebnisse sehr vielversprechend sind.

Thrombo-Inflammation bei Schlaganfall

PD Dr. Michael Schuhmann, Leiter des Klinischen Labors in der Neurologischen Klinik und Poliklinik am UKW verdeutlicht noch einmal die Relevanz des Immunsystems bei Schlaganfall: „Direkt während eines Schlaganfallereignisses und somit viel früher als bisher angenommen kommt es zu einer massiven lokalen Entzündungsreaktion. Dabei sind T-Zellen und neutrophile Granulozyten beteiligt und Blutplättchen greifen steuernd ein. Wir konnten erste wichtige Signalmoleküle dieses Zusammenspiels zwischen Blutplättchen und Immunzellen experimentell und sogar unter Zuhilfenahme lokaler Biomarker bei Schlaganfallpatienten identifizieren.“ Die Verfahren zur lokalen Biomarkergewinnung haben die Kooperationspartner der Neuroradiologie, Dr. Alexander Kollikowski und Prof. Dr. Mirko Pham, etabliert. „Es ist eine der wichtigsten Fragen der Schlaganfallforschung, ob es auch im Menschen zu einer gegen das Gehirn gerichteten Immunantwort kommt, die dem Tiermodell ähnlich ist. Die große Bedeutung dieser Frage liegt darin, dass man durch experimentelle Hemmung von Entzündung, das Absterben von Gehirngewebe durch Schlaganfall bereits deutlich verlangsamen kann“, verdeutlicht Prof. Dr. Mirko Pham, Direktor des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie. Nach der technischen Errungenschaft des letzten Jahrzehnts, dass man verschlossene Gehirngefäße mit Mikrokathetern rasch wiedereröffnen kann, wäre dies beim Menschen nun der nächste dringend benötigte Durchbruch in der Schlaganfallmedizin. „Wir konnten mit Mikrokathetern direkt vor Gefäßeröffnung winzige Blutproben direkt aus der betroffenen Gehirnregion im akuten Schlaganfall beim Menschen gewinnen. Darin konnten wir Thrombo-Inflammation nachweisen und dass die akute Entzündungsreaktion über die arteriellen Umgehungskreisläufe des Gehirns vermittelt wird. Diese wenigen Tropfen Blut enthalten also wichtige molekulare und zelluläre Informationen. Sie liefern lokale Biomarker, um neue Therapieansätze früh zu entdecken und dann zuerst im Tiermodell zu testen.“

Immunkardiologie: Die regenerative Macht des Immunsystems auf unser Herz

Darüber hinaus hat sich Würzburg weltweit einen Namen in der aufstrebenden Fachrichtung Immunkardiologie gemacht. „Auch im Herzen spielt das Immunsystem eine wichtige Rolle – mit mal positiven und mal negativen Effekten“, berichtet Prof. Dr. Stefan Frantz, Direktor der Medizinischen Klinik I am UKW und Sprecher des Sonderforschungsbereichs 1525 „Interaktionen zwischen Herz und Immunsystem". „Unser Immunsystem verhindert zum Beispiel, dass unser Herz aus dem Takt gerät, es beeinflusst die Alterung des Herzens und ist wichtig, um zerstörtes Herzgewebe, etwa nach einem Herzinfarkt, wieder richtig heilen zu lassen. Auf der anderen Seite kann eine Überaktivierung des Immunsystems die Funktion des Herzens auch negativ beeinflussen. Im Sonderforschungsbereich "Cardioimmune Interfaces" (SFB 1525) beschäftigen wir uns mit genau diesen Interaktionen zwischen Herz und Immunsystem. Mithilfe der gewonnenen Erkenntnisse wollen wir die Diagnostik verbessern und ein Fundament für zielgerichtete immunmodulatorische Therapien legen.

Systemimmunologie: Das Immunsystem als unerlässlicher Bestandteil aller Organe

Ein starker Partner sowohl im SFB „Cardioimmune Interfaces“ als auch in vielen weiteren Forschungsprojekten am UKW ist die Max-Planck Forschungsgruppe Systemimmunologie. Sie wird geleitet von Prof. Dr. Wolfgang Kastenmüller, Leiter des Lehrstuhls für Systemimmunologie I, und Prof. Dr. Georg Gasteiger, Leiter des Lehrstuhls für Systemimmunologie II. Die Experten fassen zusammen: „Immunzellen spielen eine Rolle bei sehr unterschiedlichen Prozessen im Körper, zum Beispiel der Regulation des Stoffwechsels, des regelmäßigen Herzschlags, und der aktiven Erhaltung der Gesundheit durch Steuerung der Gewebserneuerung. Als fester Bestandteil der Gewebe unterstützen lokal ansässige auf ihre Umgebung spezialisierte Immunzellen deren Funktion, Wachstum und Reparatur und interagieren vor Ort mit den Organen.“

 

Die einzelnen Statements mit entsprechendem Porträt sind auch auf der UKW-Forschungsseite unter Links zu finden. 

Experten des UKW zur Relevanz
Den internationalen Tag der Immunologie am 29. April nehmen zahlreiche Expertinnen und Experten aus der Universitätsmedizin Würzburg zum Anlass, um die Relevanz der Immunologie in ihrem jeweiligen Fachbereich zu schildern und zu zeigen, welches Potenzial die immunologische Forschung auf die Gesundheit der Bevölkerung hat.

Welches Medikament hilft bei einem akuten Gichtanfall?

In der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Studie COPAGO prüfen die Universitätskliniken Göttingen, Greifswald und Würzburg die Wirksamkeit der Medikamente Prednisolon und Colchicin in der hausärztlichen Versorgung eines akuten Gichtanfalls

Das Bild zeigt die Ablagerungen der Harnsäurekristalle an Fingern und Füßen
In der Studie COPAGO prüfen die Universitätsstandorte Göttingen, Greifswald und Würzburg die Wirksamkeit der Medikamente Prednisolon und Colchicin in der hausärztlichen Versorgung eines akuten Gichtanfalls. Bei der Stoffwechselerkrankung Gicht (Arthritis Urica) lagern sich Harnsäurekristalle an Gelenken ab und verursachen Entzündungen. © UKW / brgfx über freepix

Die Gelenke schwellen an, werden rot und heiß und extrem druckempfindlich. Selbst eine leichte Bettdecke kann bei einem akuten Gichtanfall zur Qual werden. 1 bis 2 Prozent der Bevölkerung leidet an der Stoffwechselerkrankung Gicht (Arthritis Urica), bei der sich winzige, nadelförmige Harnsäurekristalle in den Gelenken ablagern und Entzündungen auslösen. 

Prednisolon im Vergleich zu Colchicin

Was hilft am besten gegen die Schmerzen? Bei dieser Frage scheiden sich die Fachgesellschaften, weil ein direkter Vergleich von zwei empfohlenen Präparaten, Prednisolon und Colchicin, bisher nicht erfolgt ist. Die vergleichende Studie COPAGO soll jetzt Klarheit über die Wirksamkeit der beiden Medikamente bringen. Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Studie ist ein Kooperationsprojekt zwischen den allgemeinmedizinischen Instituten der Universitätsmedizin Greifswald (Leitung Prof. Dr. Jean-Francois Chenot), Göttingen und Würzburg sowie der hausärztlichen Praxen aus den jeweiligen Forschungsnetzen der drei Standorte.

Kooperation mit Hausarzt-Praxen der Region

Über die Universitätsstandorte Greifswald, Göttingen und Würzburg sind rund 60 Hausarztpraxen in COPAGO eingebunden. Insgesamt sollen 314 Personen, die an einem akuten Gichtanfall leiden und sich innerhalb eines Tages nach Auftreten der Symptome in der Hausarztpraxis vorstellen, in die Studie eingeschlossen werden. Die Studienteilnehmenden werden randomisiert, also zufällig einer Behandlung zugeordnet. Sowohl das Studienteam als auch Patientin oder Patient erfahren nicht, welches der beiden zugelassenen Medikamente über einen Zeitraum von fünf Tagen eingenommen wird. 

Ziel ist Klarheit über Wirksamkeit der Medikamente und Leitlinienempfehlung

„Die Ergebnisse werden mit einiger Spannung erwartet. Denn einen direkten Vergleich der Wirksamkeit von Colchicin und Prednisolon existiert bisher nicht“, erläutert Julia Freyer Martins Pereira von der Abteilung Allgemeinmedizin des Instituts für Community Medicine der Greifswalder Unimedizin. Ildikó Gágyor, die gemeinsam mit Anne Simmenroth das Institut für Allgemeinmedizin am Uniklinikum Würzburg leitet, ergänzt: „Wir hoffen, dass wir mit den Ergebnissen eine belastbare Grundlage für die Leitlinienempfehlungen schaffen und die Hausärztinnen und Hausärzte somit eine aussagekräftige Datenlage haben, wenn sie Betroffene mit einem akuten Gichtanfall behandeln.“

Harnsäurekristalle lagern sich an Gelenken ab und verursachen Entzündungen 

Zusätzlich zum Wirkstoff erhalten übrigens alle Probandinnen und Probanden das Angebot, einmalig ihre Füße mittels Computertomografie untersuchen zu lassen. Dabei wird überprüft, ob und wie viele Harnsäurekristalle dort vorhanden sind. Wenn die Niere nicht genügend Harnsäure ausscheiden kann, sammelt sich die Harnsäure im Blut. Bei einem Übermaß bilden sich Harnsäurekristalle, die sich im Gewebe und an Gelenken ablagern, zu Entzündungen führen und Gichtanfälle auslösen.“

Daher sei es wichtig, dass die Nieren gut funktionieren, bekräftigt Alexandra Greser aus dem Institut für Allgemeinmedizin des UKW. „Aber auch Erkrankungen wie Krebs oder Blutbildungsstörungen sowie Nebenwirkungen bestimmter Medikamente können zu einem erhöhten Harnsäurespiegel führen. Zu den wissenschaftlich nachgewiesenen Risikofaktoren für Gicht, die wir selbst beeinflussen können, gehört der regelmäßige Verzehr großer Mengen an Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten, zuckerhaltige Getränke, Alkohol und schließlich Übergewicht.“

 

Weitere Informationen zu COPAGO stehen auf der Studien-Homepage.

 

Das Bild zeigt die Ablagerungen der Harnsäurekristalle an Fingern und Füßen
In der Studie COPAGO prüfen die Universitätsstandorte Göttingen, Greifswald und Würzburg die Wirksamkeit der Medikamente Prednisolon und Colchicin in der hausärztlichen Versorgung eines akuten Gichtanfalls. Bei der Stoffwechselerkrankung Gicht (Arthritis Urica) lagern sich Harnsäurekristalle an Gelenken ab und verursachen Entzündungen. © UKW / brgfx über freepix

Kunstausstellung „Black and Yellow“ in der Akademie des Uniklinikums Würzburg

Unter dem Titel „Black and Yellow“ stellt die Akademie des Uniklinikums Würzburg Werke der Würzburger Kunstschaffenden Nici Tierak und Philipp Rau aus. Die Vernissage der Schau findet am 11. Mai 2023 statt.

Nici Tierak präsentiert unter anderem abstrakte Gemälde mit geometrischen Formen.
Nici Tierak präsentiert unter anderem abstrakte Gemälde mit geometrischen Formen. Bild: Nici Tierak
Philipp Rau stellt Gemälde mit Porträts berühmter Künstlerinnen und Künstler aus – zum Beispiel Frida Kahlo.
Philipp Rau stellt Gemälde mit Porträts berühmter Künstlerinnen und Künstler aus – zum Beispiel Frida Kahlo. Bild: Philipp Rau

Würzburg. Die Fort- und Weiterbildungsakademie des Uniklinikums Würzburg nutzt ihre Räume in der Grombühlstraße 12, um zwischen 11. Mai und voraussichtlich 14. Juli dieses Jahres Werke der Würzburger Kunstschaffenden Nici Tierak und Philipp Rau zu präsentieren. 

Die Kommunikationsdesignerin Nici Tierak zeigt dabei zum einen abstrakte Gemälde mit geometrischen Formen. Inspiriert von Landschaften und Städten entwickelt sie ohne jegliche Vorskizze farbenkräftige Bilder von hoher Dynamik, die gleichzeitig ein kaleidoskopartiges Emotionsgefüge der Künstlerin abbilden. Zum anderen sind bei der Schau neue Tuschezeichnungen aus ihrer Serie „Scetches“ zu sehen.

Der Urban-Art-Künstler Philipp Rau stellt in der Akademie Porträtgemälde berühmter Künstlerinnen und Künstler aus – zumeist in Schwarz und Weiß. Durch seinen impulsiven und schnellen Pinselstrich entwickeln die Bilder eine besondere Eigendynamik.

Tierak und Rau gehören dem Künstlerkollektiv Artwars an und sind Mitgründer der Produzentengalerie Alte Lackfabrik in Würzburg.

„Wir sind stolz darauf, diese großartigen Werke präsentieren zu dürfen und freuen uns auf viele Besucherinnen und Besucher“, kommentiert Nils Eggers, der Leiter der Akademie. 

Die Vernissage der Ausstellung findet am Donnerstag, den 11. Mai 2023 von 19:00 bis 22:00 Uhr im zweiten Stock in der Grombühlstraße 12 statt. Eine Anmeldung zur kostenfreien Veranstaltung ist nicht notwendig. Ansonsten kann die Schau zu den Öffnungszeiten der Akademie besichtigt werden: Montag bis Donnerstag von 8:30 bis 15:00 Uhr und Freitag von 8:30 bis 13:00 Uhr.

 

Nici Tierak präsentiert unter anderem abstrakte Gemälde mit geometrischen Formen.
Nici Tierak präsentiert unter anderem abstrakte Gemälde mit geometrischen Formen. Bild: Nici Tierak
Philipp Rau stellt Gemälde mit Porträts berühmter Künstlerinnen und Künstler aus – zum Beispiel Frida Kahlo.
Philipp Rau stellt Gemälde mit Porträts berühmter Künstlerinnen und Künstler aus – zum Beispiel Frida Kahlo. Bild: Philipp Rau

"Schmerz lass nach! - Warum tut das weh?"

Am 29. April 2023 findet die nächste Vorlesung der Kinderuni der Universität Würzburg statt. Dabei dreht sich alles um das Thema Schmerzen.

Dr. med. Ann-Kristin Reinhold, Anästhesistin und Schmerzforscherin am Uniklinikum Würzburg

Dritte Vorlesung in diesem Schuljahr

29.04.2023, 10 Uhr und 10:45 Uhr

In der Vorlesung geht es um die Frage, warum Schmerzen wichtig sind und wie ihre Wahrnehmung funktioniert. Am ganzen Körper besitzen wir Sinneszellen, die äußere, möglicherweise schädliche Einflüsse erkennen können. Bei starkem Druck oder Hitze melden sie diese Gefahr an das Gehirn. Somit werden wir uns der Gefahr bewusst und können beispielsweise die Hand von der heißen Herdplatte wegziehen. Zudem kann das Gehirn beeinflussen, wie wir Schmerzen wahrnehmen. Wie diese Signalwege funktionieren und was passiert, wenn man keine Schmerzen spürt, wird interaktiv und an anschaulichen Beispielen erklärt. Ein Ausflug in die Therapie rundet die Vorlesung ab: Was hilft, und warum verspüren wir während einer Operation keine Schmerzen? Außerdem wird eine „Zaubercreme“ ausprobiert, mit der ein Pieks nicht mehr weh tut.

Zielgruppe

Die Vorlesungen sind für Kinder zwischen 6 und 13 Jahren gedacht. Für Begleitpersonen, Eltern und Geschwister wird die Vorlesung in einem anderen Hörsaal im gleichen Gebäude übertragen. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer bekommen einen Studierendenausweis und ein Vorlesungsbuch, in das man für jede Veranstaltung einen Stempel bekommt. Wenn man drei der vier Vorlesungen besucht hat, gibt es am Ende ein Diplom. Die Veranstaltung ist kostenlos.

Kartenreservierung

Karten können Sie reservieren unter https://www.uni-wuerzburg.de/kinderuni/kartenreservierung/. Die Eintrittskarten werden am Veranstaltungstag vor Ort ausgegeben. Schulklassen können sich per E-Mail unter kinderuni@uni-wuerzburg.de anmelden. Lehrkräfte dürfen mit ihren Klassen in den Hörsaal gehen. Wenn Sie Kinder mit speziellen Bedürfnissen haben, melden Sie sich gerne vorher unter kinderuni@ uni-wuerzburg.de

Nächste Kinderuni (vierte im Schuljahr) am 08.07.23

Insgesamt gibt es vier Veranstaltungen pro Jahr, zwei im Winter- und zwei im Sommersemester. Am Veranstaltungstag gibt es jeweils zwei Vorlesungen, eine um 10:00 Uhr und eine um 10:45 Uhr. Die letzte Kinderuni in diesem Sommersemester steht am Samstag, den 8. Juli 2023, an. Hier dreht sich alles um "Königinnen im Mittelalter". Prof. Dr. Martina Giese, Professorin für Mittelalterliche Geschichte und Historische Grundwissenschaften erklärt, wie eine Frau im Mittelalter Königin werden konnte, welche Aufgaben eine Königin hatte und wie Königinnen lebten.

Nähere Informationen: https://www.uni-wuerzburg.de/kinderuni-der-julius-maximilians-universitaet-wuerzburg/ 

 

Kinderuni der Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Neu am UKW: Diana Ristau leitet den Geschäftsbereich „Einkauf, Logistik, Liegenschaften“

Wichtiger Partner für den reibungslosen Ablauf im Klinikalltag

Würzburg. Seit Anfang April leitet Diana Ristau am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) den Geschäftsbereich 4 („Einkauf, Logistik, Liegenschaften“). Sie wechselte vom Klinikum Ludwigshafen an das UKW. In Ludwigshafen war sie Geschäftsführerin der Wirtschaftsgesellschaft des Klinikums. Frühere Stationen waren in ähnlichen Funktionen das Klinikum Mannheim und das Klinikum Dortmund.

Die 51-jährige Betriebswirtin hat damit die Nachfolge von Tobias Firnkes angetreten, der im vergangenen Jahr das UKW verlassen hat. In der Übergangszeit wurde der Geschäftsbereich von Silke Götz geleitet. Philip Rieger, Kaufmännischer Direktor des UKW: „Mit Frau Ristau konnten wir eine absolute Fachfrau für diese Leitungsposition gewinnen, die wertvolle Erfahrungen aus anderen Standorten mitbringt. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit.“

Der Geschäftsbereich ist für die reibungslosen Abläufe der Würzburger Uniklinik von großer Bedeutung. Neben dem klinikweiten Einkauf und dem Flächenmanagement ist auch die tägliche Logistik und Speisenversorgung an den einzelnen Standorten des Klinikums ein wichtiger Baustein für Patientenversorgung. „Der Empfang war sehr herzlich und der Geschäftsbereich ist gut aufgestellt. Das ist auch ein Verdienst meiner Vorgänger. Gerade die Corona-Pandemie hat zudem gezeigt, wie wichtig die Ausstattung und die Versorgung mit Wirtschaftsgütern für ein Klinikum ist. An diese tolle Leistung hier in Würzburg wollen wir nun gemeinsam anknüpfen“, so die gebürtige Memmingerin.

Direkt im Geschäftsbereich arbeiten etwa 420 Menschen. Operativ wird der Bereich durch die UKW Service GmbH unterstützt, in der rund 1200 Menschen beschäftigt sind.

 

Herzboxen für die Würzburger Universitäts-Kinderklinik

Die EDEKA Unternehmensgruppe Nordbayern-Sachsen-Thüringen überreichte der Kinderklinik des Uniklinikums Würzburg 20 mit kindgerechten Überraschungen gefüllte, herzförmige Boxen. Diese sollen chronisch kranken Kindern eine kleine Freude bereiten.

Würzburg. Sebastian Kohrmann, Sprecher der EDEKA Unternehmensgruppe Nordbayern-Sachsen-Thüringen, lieferte am 18. April dieses Jahres 20 leuchtend gelbe, herzförmige Boxen an die Würzburger Universitäts-Kinderklinik. Gefüllt sind sie mit Wachsmalkreiden und anderen kindgerechten Überraschungen. Klinikdirektor Prof. Dr. Christoph Härtel und sein Team zeigten sich hocherfreut über die freundliche Spende. „Wir werden die Geschenkboxen in den nächsten Tagen gerne weiterreichen, zum Beispiel als Überraschungsgeschenk an chronisch kranke Kinder, die zu uns zur ambulanten Behandlung kommen“, kündigt der Professor an. 

Laut Sebastian Kohrmann ist EDEKA über den Kiwi e. V., der Interessengemeinschaft zur Förderung der Kinder der Würzburger Intensivstation, schon seit vielen Jahren auch mit der Kinderklinik des Uniklinikums verbunden. „In diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten helfen zu können, wird immer herausfordernder“, sagt der Unternehmenssprecher und fährt fort: „Umso mehr freuen wir uns, wenn wir auch mit kleinen Gesten und Taten unterstützen können. Unsere schönen gelben Boxen kommen wirklich von Herzen.“

Die Idee für die Sachspende kam von Gabriele Nelkenstock. Die Vorsitzende des Vereins „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ kommentiert: „Man kann Anteilnahme und Mitmenschlichkeit nicht nur durch die Bereitstellung von bedeutenden finanziellen Mitteln ausdrücken. Auch kleinere, durchdachte und empathische Geschenke können ein wertvolles Zeichen der Solidarität sein und den Betroffenen eine willkommene Freude bereiten.“

Aktionstag der selbsthilfefreundlichen Gesundheitseinrichtungen in Bayern - Programm am Uniklinikum Würzburg

Am Donnerstag, den 25. Mai 2023, veranstalten das Uniklinikum Würzburg und weitere, für ihre Selbstfreundlichkeit ausgezeichnete Gesundheitseinrichtungen aus Bayern unter dem Titel „Gehen wir ein Stück des Weges gemeinsam!“ ihren ersten gemeinsamen Aktionstag. Zum Programm der Uniklinik Würzburg gehört ein barrierefreier Spaziergang am Würzburger Main-Ufer.

Würzburg. Seit Sommer letzten Jahres gibt es die Arbeitsgruppe „Selbsthilfefreundlicher Gesundheitseinrichtungen in Bayern“. Sie besteht aus den vom „Netzwerk Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen“ ausgezeichneten Kliniken in Bayern. Dazu gehören das Uniklinikum Würzburg (UKW), die Haßberg-Kliniken, das Bezirkskrankenhaus Bayreuth (GeBO), das Krankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin Lohr am Main, der Medicalpark Loipl sowie die Rehaklinik Am Kurpark Bad Kissingen.

Zeitgleiche Veranstaltung an mehreren Orten

Aus den Einrichtungen heraus entstand die Idee eines gemeinsamen Aktionstags, bei dem am selben Tag zur selben Uhrzeit ein dezentral erstelltes, individuelles Programm zum Thema Selbsthilfe angeboten wird. Unter dem Motto „Gehen wir ein Stück des Weges gemeinsam!“ ist für Donnerstag, den 25. Mai 2023 ab 16:00 Uhr jeweils eine kurze Wanderung mit kleinem Imbiss geplant. Einzelne Einrichtungen bieten darüber hinaus Informationsstände an. 

Ziel der Organisatoren ist es, in einem entspannten Rahmen die Selbsthilfe kennenzulernen, Interesse an einer Teilnahme an Selbsthilfegruppen zu wecken und neue Mitglieder zu werben. 

In Würzburg: Rundgang am Main und rund 20 Infostände

In Würzburg führt der Spaziergang vom Exerzitienhaus Himmelspforten am Main entlang zum Schifferkinderheim und zurück. Anschließend ist bis etwa 20:00 Uhr ein Treffen mit Imbiss und rund 20 Infoständen von Selbsthilfegruppen im Park des Exerzitienhauses geplant. „Eingeladen sind Selbsthilfegruppen, medizinisches Fachpersonal und jeder, der an Selbsthilfe interessiert ist“, beschreibt Gabriele Nelkenstock, die externe Selbsthilfebeauftragte des UKW. Für eine Anmeldung zur Würzburger Veranstaltung kontaktiert man Gabriele Nelkenstock unter E-Mail: selbsthilfe@ ukw.de. 

 

Über die Auszeichnung

Die Auszeichnung als „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“ erteilt das bundesweite „Netzwerk Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen“.

Das Uniklinikum Würzburg wurde als einziges Universitätsklinikum in Bayern 2019 zum ersten Mal ausgezeichnet, die Wiederauszeichnung erfolgte im Dezember 2022, sie ist 3 Jahre gültig.

Weitere Infos zum „Netzwerk Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen“ gibt es unter www.selbsthilfefreundlichkeit.de