Aktuelle Pressemitteilungen

Multimorbidität bei Herzinsuffizienz

Zusammenhang mit Weltregionen und Einkommensniveaus in der globalen REPORT-HF Kohortenstudie

Umfassende globale Informationen über Prävalenz und klinische Folgen von Multimorbidität bei akuter Herzinsuffizienz nach Weltregionen und Einkommen gab es bisher nicht. Eine neue Analyse aus der globalen REPORT-HF Studie demonstriert erstmals Zusammenhänge von Multimorbidität mit regionalen und länderspezifischen Unterschieden. In Ländern mit hohem Einkommen wie Deutschland oder USA ist Multimorbidität besonders weit verbreitet und geht mit höherer Sterblichkeit, weniger Verschreibung von Medikamenten gegen Herzinsuffizienz und häufigerer Verwendung potenziell schädlicher Therapien einher.

Die Weltkarte zeigt die Länder, die an der Studie teilgenommen haben und wie hoch ihre durchschnittlichen Komorbiditäten bei Herzinsuffizienz sind.
Prävalenz von Multimorbidität nach Weltregion und Einkommensniveau beteiligter Länder in der REPORT-HF Kohortenstudie. (A) Weltkarte mit der mittleren Anzahl Komorbiditäten pro Land. Weiß kennzeichnet sind nicht an der Kohortenstudie beteiligte Länder. (B) Häufigkeit von Komorbiditäten nach Weltregionen. (C) Komorbiditätsbelastung pro Land nach Einkommensniveau. © UKW published in The Lancet Global Health

Würzburg. Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz haben oft mehrere Begleiterkrankungen. Treten mehr als zwei Erkrankungen gleichzeitig auf spricht man von Multimorbidität. Die Häufigkeit von Multimorbidität bei akuter Herzinsuffizienz liegt zwischen 43 % und 98 %, variiert aber je nach geografischer Region. Frühere Berichte über die Auswirkungen von Multimorbidität bei Herzinsuffizienz bezogen sich auf eine begrenzte Anzahl von Ländern, vorwiegend aus Westeuropa, Asien und Nordamerika oder basierten auf Populationen, die an klinischen Studien teilnahmen, bei denen Patientinnen und Patienten mit Komorbiditäten wie schwerer Niereninsuffizienz oder Krebs in der Regel ausgeschlossen waren. In einer im November 2023 im Journal The Lancet Global Health veröffentlichten Analyse unter der Leitung von Prof. Dr. Christiane Angermann vom Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI) am Uniklinikum Würzburg wurden erstmals weltweit die Häufigkeit von Multimorbidität und ihre Auswirkungen auf die Arzneimitteltherapie und die Prognose untersucht.

82 Prozent der Studienteilnehmenden waren multimorbide

Als Basis für die Analyse diente die Datenbank der prospektiven, multizentrischen Kohortenstudie REPORT-HF (Registry to Assess Medical Practice and Longitudinal Observation for Treatment of Heart Failure). Im Rahmen von REPORT-HF wurden zwischen Juli 2014 und März 2017 in 358 Krankenhäusern aus 44 Ländern auf sechs Kontinenten 18 553 Patienten rekrutiert. Die Dauer der Nachbeobachtung betrug ein Jahr. Dabei benutzen Forschende aus Ägypten, Argentinien, Griechenland, Großbritannien, den Niederlanden, Schweden, Singapur, Norwegen, den USA und Zypern einen einheitlichen Erhebungsbogen. „Fast alle Studienteilnehmende, nämlich 18 528 Patientinnen und Patienten, hatten vollständige Daten zu ihren Komorbiditäten und wurden daher in die Untersuchung einbezogen,“ berichtet Christiane Angermann. „Dabei waren 82 Prozent multimorbide, und wir haben die Länder nach Weltregionen und Einkommensniveaus stratifiziert.“ 

Mehr Komorbiditäten erschweren die leitliniengerechte Pharmakotherapie

Die Prävalenzraten von Komorbidität waren mit 72 Prozent am niedrigsten in Südostasien und mit 92 Prozent am höchsten in Nordamerika. Patientinnen und Patienten aus Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen waren seltener multimorbide als Herzinsuffiziente aus Ländern mit hohem Einkommen (73% gegenüber 85%, p<0,0001). Mit zunehmender Multimorbidität erhielten die Betroffenen weniger leitliniengerechte Herzinsuffizienz-Medikamente, dafür aber mehr Medikamente, die eine Herzinsuffizienz verursachen oder verschlechtern können. 

Multimorbidität verschlechtert die Prognose

In dieser Studie erwiesen sich Komorbiditäten bei Patientinnen und Patienten, die wegen akuter Herzinsuffizienz in ein Krankenhaus aufgenommen worden waren, als wichtige Prädiktoren, also Vorhersagevariablen, für eine verminderte Lebensqualität, mehr Krankenhausaufenthalte und eine schlechtere Prognose: Die Ein-Jahres-Mortalität stieg von 13 Prozent bei Herzinsuffizienten ohne Komorbiditäten bis auf 26 Prozent, wenn fünf oder mehr Komorbiditäten vorlagen. Der populationsbezogene Anteil der Multimorbidität an der Sterblichkeit, die so genannte ‚population attributable fraction‘, war in Ländern mit hohem Einkommen höher als in Ländern mit mittlerem oder niedrigem Einkommen. Mit 61 Prozent gegenüber 27 Prozent und 31 Prozent hatten hier über die Hälfte aller Todesfälle mit Multimorbidität zu tun.

Ergebnisse unterstreichen systemischen Charakter der Herzinsuffizienz und fordern einen multidisziplinären diagnostischen und therapeutischen Ansatz

Die hohe Prävalenz und enorme prognostische Relevanz der Multimorbidität bei herzinsuffizienten Patientinnen und Patienten aller Weltregionen unterstreichen den systemischen Charakter dieses Syndroms und machen deutlich, dass Komorbiditäten bei der Behandlung der Herzinsuffizienz besondere Aufmerksamkeit verdienen. „Multimorbide Patientinnen und Patienten, die eine Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz überlebt haben, sind nach dieser Analyse weltweit unterversorgt mit den lebensverlängernden Medikamenten, die von den internationalen Leitlinien zur Behandlung der Herzinsuffizienz empfohlen werden. Einerseits wird die Therapie oft unterdosiert, besonders in einkommensschwachen Regionen. Andererseits werden- vor allem in Ländern mit hohem pro-Kopf-Einkommen mit zunehmender Multimorbidität Medikamente gegen diese Krankheiten verschrieben, die ihrerseits Herzinsuffizienz verursachen oder verschlimmern können,“ fasst Christiane Angermann zusammen. „Unsere Ergebnisse machen deutlich, dass Herzinsuffizienz eine lebensgefährliche und komplexe Systemerkrankung ist, deren Behandlung Spezialwissen und einen fachübergreifenden Ansatz erfordert. Multidisziplinäre Betreuungsteams könnten helfen, die medikamentöse Unter- und Fehlversorgung zu vermeiden und die miserable Prognose von Patientinnen und Patienten mit Herzinsuffizienz zu verbessern.“ 

Publikation
Teresa Gerhardt, Louisa M S Gerhardt, Wouter Ouwerkerk, Gregory A Roth, Kenneth Dickstein, Sean P Collins, John G F Cleland, Ulf Dahlstrom, Wan Ting Tay, Georg Ertl, Mahmoud Hassanein, Sergio V Perrone, Mathieu Ghadanfar, Anja Schweizer, Achim Obergfell, Gerasimos Filippatos, Carolyn S P Lam, Jasper Tromp, Christiane E Angermann, Multimorbidity in patients with acute heart failure across world regions and country income levels (REPORT-HF): a prospective, multicentre, global cohort study, The Lancet Global Health, Volume 11, Issue 12, 2023, Pages e1874-e1884, ISSN 2214-109X, https://doi.org/10.1016/S2214-109X(23)00408-4
 

Die Weltkarte zeigt die Länder, die an der Studie teilgenommen haben und wie hoch ihre durchschnittlichen Komorbiditäten bei Herzinsuffizienz sind.
Prävalenz von Multimorbidität nach Weltregion und Einkommensniveau beteiligter Länder in der REPORT-HF Kohortenstudie. (A) Weltkarte mit der mittleren Anzahl Komorbiditäten pro Land. Weiß kennzeichnet sind nicht an der Kohortenstudie beteiligte Länder. (B) Häufigkeit von Komorbiditäten nach Weltregionen. (C) Komorbiditätsbelastung pro Land nach Einkommensniveau. © UKW published in The Lancet Global Health

Einsatz von Virtual Reality: Uniklinikum Würzburg ist Teil der Wuerzburg Web Week 2023

Virtual Reality (VR) in der Psychotherapie und in der Weiterbildung von medizinischem Personal - das Uniklinikum Würzburg beteiligt sich mit zwei öffentlichen Infoveranstaltungen an der Wuerzburg Web Week 2023.

Zu Weiterbildungszwecken wird in der Gastroenterologie des UKW die reale Umgebung zur virtuellen Realität. Prof. Dr. Alexander Hann, stellvertretender Leiter der Gastroenterologie am UKW und Professor für Digitale Transformation in der Gastroenterologie, teleportiert sich mit einer VR-Brille in das digitale Weiterbildungsportal. Foto: Alexander Hann / UKW
Zu Weiterbildungszwecken wird in der Gastroenterologie des UKW die reale Umgebung zur virtuellen Realität. Prof. Dr. Alexander Hann, stellvertretender Leiter der Gastroenterologie am UKW und Professor für Digitale Transformation in der Gastroenterologie, teleportiert sich mit einer VR-Brille in das digitale Weiterbildungsportal. Foto: Alexander Hann / UKW

Würzburg. Die Wuerzburg Web Week ist eine Dachveranstaltung, die in der Region Mainfranken alle gesellschaftlichen Gruppen zusammenbringen will, die mit dem Zukunftsthema Digitalisierung zu tun haben. Bei der diesjährigen Neuauflage der Aktionswoche vom 17. bis 24. November ist auch das Uniklinikum Würzburg (UKW) wieder dabei und füllt mit zwei Themenangeboten das diesjährige Web-Week-Motto „Zukunftsoptimismus“ mit Leben.

 

VR in der Psychotherapie

Am Montag, den 20. November von 16:00 bis 17:00 Uhr, wird in einer Online-Veranstaltung aufgezeigt, wie VR zunehmend als effektives Therapiewerkzeug in der Psychotherapie zur Behandlung von Angsterkrankungen eingesetzt wird. Dabei werden am UKW durchgeführte Studien zur Behandlung von Höhenangst, Spinnenangst und Auftrittsangst bei Musikerinnen und Musikern vorgestellt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Zoom-Link ist hier hinterlegt.

 

VR zur medizinischen Weiterbildung - Darmkrebsvorsorge

Darmkrebsvorsorge geht uns alle an. Deshalb stellt das Team der Gastroenterologie der Medizinischen Klinik II des UKW am Donnerstag, 23. November, von 10:00 bis 12:30 Uhr einen Virtual-Reality-Simulator vor. Mit diesem können Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte alle Schritte der Darmkrebsvorsorge erlernen und üben. Teilnehmerinnen und Teilnehmer können die VR-Brille während der Veranstaltung selbst ausprobieren.
Die „Vor-Ort-Veranstaltung“ findet im Seminarraum 2/3 des Zentrums für Innere Medizin (Haus, A1, Oberdürrbacher Str. 6, 97080 Würzburg) statt. Um Anmeldung unter hann_a@ukw.de mit dem Stichwort „WueWW VR Darmkrebsvorsorge“ wird gebeten.

Die Teilnahme an allen Web-Week-Veranstaltungen des UKW ist kostenlos. Weitere Details zum Ablauf gibt es im Programmteil unter www.wueww.de
 

Zu Weiterbildungszwecken wird in der Gastroenterologie des UKW die reale Umgebung zur virtuellen Realität. Prof. Dr. Alexander Hann, stellvertretender Leiter der Gastroenterologie am UKW und Professor für Digitale Transformation in der Gastroenterologie, teleportiert sich mit einer VR-Brille in das digitale Weiterbildungsportal. Foto: Alexander Hann / UKW
Zu Weiterbildungszwecken wird in der Gastroenterologie des UKW die reale Umgebung zur virtuellen Realität. Prof. Dr. Alexander Hann, stellvertretender Leiter der Gastroenterologie am UKW und Professor für Digitale Transformation in der Gastroenterologie, teleportiert sich mit einer VR-Brille in das digitale Weiterbildungsportal. Foto: Alexander Hann / UKW

Ein Jahr FLEX4UKW: Über 240 Einstellungen erfolgt / „Absolutes Erfolgsprojekt“

Flexible Arbeitszeiten in der Pflege speziell für „Rückkehrer“ attraktiv

3 Pflegefachkräfte lächeln in die Kamera
Maxi Huth, Franka Bolz und Manuela Müller (v.l.) haben sich in diesem Jahr für „FLEX4UKW“ entschieden. Foto: UKW/ Stefan Dreising
Gruppenbild des FLEX-Büros
Im vierköpfigen Team des Flex-Büros an der Uniklinik Würzburg laufen die Fäden zusammen: Delia Schumacher, Cashanna Schöller, Anke Kaiser und Patrick Hetzer, (v.l.). Foto: UKW / Lena Ossiander

Würzburg. Ein Jahr nach dem Start des Projektes „FLEX4UKW“ konnte das Universitätsklinikum Würzburg (UKW) bereits über 240 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Pflegebereich einstellen. Das entspricht rund 156 „Vollkräften“. In den ersten zwölf Monaten des Programms hatte es über 700 Bewerbungen gegeben. „Diese Entwicklung hat unsere Erwartungen deutlich übertroffen. FLEX4UKW ist ein absolutes Erfolgsprojekt und stärkt die Pflege am UKW dauerhaft“, erklärt Marcus Huppertz, Pflegedirektor an der Würzburger Uniklinik.

Arbeitszeiten frei wählbar

Im November 2022 startete die Rekrutierungskampagne. Das Konzept hinter FLEX4UKW: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können bei FLEX4UKW ihre Dienstpläne frei gestalten und bestimmen damit individuell ihren Arbeitsumfang. Zudem können sie aus elf inhaltlichen Clustern wählen, z.B. Onkologie oder Operative Medizin. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem FLEX-Team arbeiten in den Bereichen, in denen es zu Personalausfällen kommt. So kann das „Einspringen“ aus den festen Stationsteams spürbar reduziert werden.

Organisiert wird das innovative Ausfallmanagement über ein eigens installiertes und inzwischen vierköpfiges Flexbüro. Cashanna Schöller, Leiterin des Flexbüros, erklärt: „Ein Großteil sind Pflegekräfte, die nach einer Elternzeit wieder in den Beruf einsteigen möchten. Hinzu kommen Studierende und auch Rentnerinnen und Rentner mit der nötigen Berufsausbildung.“ 

Als eine der ersten Mitarbeiterinnen startete Maxi Huth im vergangenen Februar ihre Tätigkeit im Rahmen von FLEX4UKW. „Mein Wunsch war es unbedingt, im Cluster Onkologie zu arbeiten. Die Einarbeitung und die Zusammenarbeit mit den festen Teams ist einfach toll. Ich bin absolut froh, dass ich den Schritt gemacht habe“, so die ausgebildete Altenpflegerin. Ihr nächstes Ziel am UKW ist nun eine Fachweiterbildung.

Für Manuela Müller waren es die flexiblen Arbeitszeiten, die für FLEX4UKW sprachen. Die ausgebildete Gesundheits- und Krankenpflegerin arbeitet an drei Tagen in der Woche von 8 bis 13 Uhr, dazu ein Wochenende im Monat im Cluster „Operative Medizin“. „So kann ich mich morgens um meine beiden Kinder kümmern und bin mittags wieder zuhause. Darüber bin ich natürlich sehr glücklich. Das hätte ich sonst so nicht geschafft.“ Daher wechselte sie nach ihrer Elternzeit im Juni von ihrem festen Stationsteam am UKW in das FLEX-Team.

Bisher sind rund 20 Mitarbeitende des UKW in den Pool von FLEX4UKW gewechselt. Pflegedirektor Marcus Huppertz: „Mit dem neuen Modell konnten wir also auch diese Kolleginnen und Kollegen an uns binden, weil dieses Arbeitszeitmodell besser für sie passt und ihnen die gewünschte Flexibilität bietet.“

Elf Cluster mit verschiedenen Schwerpunkten

Für Franka Bolz waren es gerade die wechselnden Einsatzbereiche, die für sie den Ausschlag zu einer Bewerbung gaben. Die medizinische Fachangestellte arbeitete zuvor in einer Arztpraxis, nun arbeitet sie im Cluster „Ambulanzen“: „Die Arbeit ist vielseitig, das war für mich wichtig. Dazu zählt die Arbeit mit den Patientinnen und Patienten, aber eben auch administrative Aufgaben am Computer. Der Einsatz in den verschiedenen Bereichen des UKW ist absolut spannend.“ Sie betont ebenso wie Manuela Müller und Maxi Huth: „Die Zusammenarbeit mit den festen Teams am UKW ist einfach toll und enorm wertschätzend.“

Bilanz zeigt: „Angebot entspricht Bedürfnissen“

UKW-Pflegedirektor Marcus Huppertz kündigt an: „Wir werden daher auch weiterhin unsere Rekrutierung für FLEX4UKW fortsetzen. Denn die bisherige Bilanz zeigt, dass unser Angebot verschiedenen Bedürfnissen und Interessen entspricht. Und natürlich verbessern wir damit die Arbeitsbedingungen am UKW nachhaltig.“ Sein Dank gilt daher besonders den festen Teams, die frühzeitig in die Planung einbezogen waren: „Wichtig für den Erfolg des Projektes ist natürlich eine sehr gute Einarbeitung, das ist uns gemeinsam gelungen.“ Ebenso wichtig und erfolgreich sei auch die Arbeit des FLEX-Büros am UKW und des Personalbereiches. „Der Aufbau von FLEX4UKW war eine große Gemeinschaftsaufgabe. Nach einem Jahr können wir jetzt sagen: Es hat sich absolut gelohnt. FLEX4UKW hilft unserem Klinikum enorm im deutschlandweiten Wettbewerb um Fachkräfte und ebenso dabei, unsere festen Teams an uns zu binden.“

Für mehr Informationen zu FLEX4UKW hier klicken.


Direkter Kontakt zum Flex-Büro am UKW:
Telefon: 0931 201-57924
Mobil: 0160 9631 6520
E-Mail: flexbuero@ukw.de
 

3 Pflegefachkräfte lächeln in die Kamera
Maxi Huth, Franka Bolz und Manuela Müller (v.l.) haben sich in diesem Jahr für „FLEX4UKW“ entschieden. Foto: UKW/ Stefan Dreising
Gruppenbild des FLEX-Büros
Im vierköpfigen Team des Flex-Büros an der Uniklinik Würzburg laufen die Fäden zusammen: Delia Schumacher, Cashanna Schöller, Anke Kaiser und Patrick Hetzer, (v.l.). Foto: UKW / Lena Ossiander

Kompetent in Qualität und Fortschritt – Rückblick auf den Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie 2023

Prof. Maximilian Rudert über sein Amt als Kongresspräsident - Meldung Orthopädische Klinik König-Ludwig-Haus mit Lehrstuhl für Orthopädie der Universität

Die drei Kongresspräsidenten (v.l.): Prof. Dr. med. Steffen Ruchholtz, Prof. Dr. med. Maximilian Rudert und Prof. Dr. med. Christoph-Eckhard Heyde (© Intercongress / S. Runke – Die Bildermanufaktur)
Die drei Kongresspräsidenten (v.l.): Prof. Dr. med. Steffen Ruchholtz, Prof. Dr. med. Maximilian Rudert und Prof. Dr. med. Christoph-Eckhard Heyde (© Intercongress / S. Runke – Die Bildermanufaktur)

 

Vom 24. bis 27. Oktober 2023 hat in Berlin der Deutsche Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) stattgefunden. Die Veranstaltung ist mit über 8.000 Teilnehmenden aus 57 Ländern nicht nur deutschlandweit der bedeutendste Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie, sondern auch europaweit mit Abstand die größte Fachveranstaltung auf ihrem Gebiet.

An der Spitze des DKOU stand Prof. Dr. med. Maximilian Rudert, Ärztlicher Direktor der Orthopädischen Klinik König-Ludwig-Haus und Ordinarius für Orthopädie der Universität Würzburg, als Kongresspräsident – zusammen mit zwei weiteren Präsidenten: Prof. Dr. med. Steffen Ruchholtz (Geschäftsführender Direktor des Zentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Marburg) und Prof. Dr. med. Christoph-Eckhard Heyde (Geschäftsführender Klinikdirektor der Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Plastische Chirurgie des Universitätsklinikums Leipzig).

Seit dem 1. Januar 2023 hat Prof. Maximilian Rudert zahlreiche präsidiale Ämter inne: Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU), Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e.V. (DGOOC) und Deutsch-Chinesische Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DCGOU). Als Präsident der Fachgesellschaften ist Prof. Rudert zum Kongresspräsidenten gewählt worden.

Die drei Kongresspräsidenten haben je ein Schwerpunktthema gewählt, das sie in den Fokus der Veranstaltung gestellt haben. Prof. Rudert hat sich dem Thema Nachhaltigkeit, konkret der Schonung von Ressourcen im Klinik- und OP-Alltag gewidmet, Prof. Heyde hat sich mit dem Thema Digitalisierung auseinandergesetzt und Prof. Ruchholtz mit dem Thema Nachwuchsförderung.

„Meinen Fokus habe ich auf das Thema ‚Ökologisch nachhaltigere Patientenversorgung‘ gesetzt, denn der Gesundheitssektor zählt zu den größten Verursachern von CO2. Alle reden zwar über Klimaschutz – im Medizinsektor ist das Thema jedoch noch nicht richtig angekommen. Daher plädiere ich für konkrete Maßnahmen zum Erreichen der Klimaschutzziele“, erklärt Prof. Rudert. „Eine große Herausforderung bildet der CO2-Ausstoß durch Operationen. Eine aktuelle Untersuchung unserer Klinik zeigt, dass der größte Anteil mit 47 Prozent auf den laufenden OP-Betrieb zurückgeht. So fallen für eine Hüftprothese 78,9 kg CO2 an. Bei jährlich 233.500 Hüftprothesen in Deutschland entstehen so etwa 18.400 Tonnen CO2 – so viel erzeugen 7.000 Haushalte pro Jahr“, macht Prof. Rudert deutlich. „Eine Möglichkeit, den CO2-Fußabdruck von Operationen deutlich zu verringern, wäre zum Beispiel die Stromerzeugung mit erneuerbaren Energien.“

Die Diskussionsrunde zum Thema „Ökologisch nachhaltigere Patientenversorgung“ war während des Kongresses nur eine Veranstaltung von insgesamt mehr als 30 Beiträgen bzw. Vorträgen, die Mitarbeitende der Orthopädischen Klinik König-Ludwig-Haus während der vier Kongresstage gehalten haben – vier Tage mit insgesamt rund 260 Veranstaltungen, darunter Vorträge und Diskussionspanels, Science Slams und Live-Operationen.

„Eine überaus spannende und unvergesslich erlebnisreiche Zeit“, resümiert Prof. Maximilian Rudert. „Wir konnten einmal mehr zeigen: Hinter dem Erfolg der Deutschen Orthopädie und Unfallchirurgie stehen Menschen, die ihr ganzes Wissen, ihre Energie und ihre Begeisterung tatkräftig Tag für Tag im OP, auf den Stationen, in den Sprechstunden, in Forschung und Lehre einbringen und ihrer Profession widmen: der Gesundheit ihrer Mitmenschen. Wir geben jeden Tag 100 Prozent und mehr für unsere Patientinnen und Patienten. Dabei stellen wir auch etablierte Behandlungsmethoden auf den Prüfstand: Wir gehen also fortlaufend neue Wege, um die Medizin weiterzuentwickeln und Fortschritte zu erzielen.“

Und nach dem Motto: „Nach dem Kongress ist vor dem Kongress“ führt die nächste Dienstreise Prof. Maximilian Rudert nach China: Aus China, einem der Gastländer des DKOU 2023, hat die deutsche Delegation rund um Prof. Rudert die Einladung zum Kongress der Chinese Orthopaedic Association in Xi'an erreicht. Deutschland hat also im Gegenzug beim größten Kongress für Orthopäden und Unfallchirurgen weltweit die Ehre erhalten, das zweite Mal als Gastnation vertreten zu sein. Dies ist ein Novum in der Geschichte der Chinese Orthopaedic Association.

Pressemitteilung Orthopädische Klinik König-Ludwig-Haus mit Lehrstuhl für Orthopädie der Universität 14.11.2023

Nachhaltigkeit auf dem Stundenplan: 212 Auszubildende des UKW pflanzen Elsbeeren

212 Auszubildende des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) haben heute (13. November 2023) unter dem Motto „Azubis gestalten Zukunft – Nachhaltigkeit von Anfang an“ 250 Bäume im Steigerwald gepflanzt.

Zwei Auszubildende pflanzen einen Laubbaum ein. Ein Mitarbeiter des Forstbetriebs Ebrach leitet sie an.
Zwei Auszubildende des UKW pflanzen unter fachkundiger Anleitung eines Mitarbeiter des Forstbetriebs Elbrach (Mitte) Elsbeeren. © Annika Wolf / UKW

Würzburg. Wald statt Klinik, Outdoor-Outfit statt Dienstkleidung – für 212 Auszubildende des UKW fand heute (13. November 2023), erstmalig eine gemeinsame Exkursion zum Thema Nachhaltigkeit statt. Von Würzburg ging es in den Steigerwald. „Mit dieser Aktion leisten unsere neuen Auszubildenden bereits in ihren ersten Monaten am UKW einen gemeinsamen Beitrag zum Klimaschutz“, sagt Corinna Link, Mitarbeiterin in der HR-Entwicklung des UKW und Organisatorin der Baumpflanzaktion. 
Philip Rieger, Kaufmännischer Direktor und Vorstandsmitglied des UKW, unterstützt die Initiative: „Die Baumpflanzaktion ist ein greifbares Beispiel für aktiven Umweltschutz in unserer Region und ein wichtiges Signal, um das Bewusstsein für das Zukunftsthema Nachhaltigkeit zu stärken. Wir freuen uns über das tolle Engagement unserer Azubis und der Ausbilderinnen und Ausbilder“.

Fachkundige Unterstützung beim Pflanzen der Elsbeere

Unter Anleitung des Forstbetriebs Ebrach pflanzten die Auszubildenden 250 vom UKW finanzierte Elsbeeren. Der einheimische Laubbaum hat eine hohe ökologische Bedeutung für den Steigerwald und kommt vergleichsweise gut mit Wärme zurecht. Das tiefe Wurzelwerk lockert den Boden auf, das Laub verrottet rasch und verbessert so den Waldboden, die Elsbeerblüten ziehen Insekten an und die Früchte bieten im Herbst Nahrung für viele Vogelarten.
Anschließend erhielten die Auszubildenden eine waldpädagogische Führung. Das Team des Steigerwaldzentrums informierte über das Zentrum, die Waldbewirtschaftung sowie das Trittsteinkonzept und zeigte die Waldklimastation.

14 Ausbildungsberufe beteiligen sich an Aktion

An der Exkursion nahmen Auszubildende aus 14 Ausbildungsberufen des UKW teil, darunter Diätassistentinnen und -assistenten, Pflegefachfrauen und -männer, Operationstechnische und Anästhesietechnische Assistentinnen und Assistenten, Kaufleute im Gesundheitswesen, Fachinformatikerinnen und -informatiker für Systemintegration und Physiotherapeutinnen und -therapeuten. Sie starteten im September und Oktober 2023 ihre Ausbildung am unterfränkischen Klinikum.

Informationen zu den Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten am UKW sind hier nachzulesen.
 

Großzügige Unterstützung für Endometriose-Crashkurs

Die Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp fördert ein neues Endometriose-Schulungsprojekt der Würzburger Universitäts-Frauenklinik mit einer 10.000-Euro-Spende. Der geplante Crashkurs soll niedergelassenen Gynäkologinnen und Gynäkologen Wege zur richtigen Diagnose und Behandlung der verbreiteten Erkrankung aufzeigen.

Scheckübergabe 10.000 € für Endometriose-Schulungsprojekt
Bei der Scheckübergabe (von links): Dr. Gunther Schunk, Erhard Frank, Catharina Kipping (alle Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp), Isabelle Rosenow (Vogel Communications Group) sowie Dr. Saskia-Laureen Herbert, Dr. Anastasia Altides und Prof. Dr. Achim Wöckel (alle Uniklinikum Würzburg). Bild: UKW / Susanne Just

 

Bei der Endometriose wachsen gebärmutterschleimhautähnliche Zellverbände außerhalb der Gebärmutterhöhle, also zum Beispiel im Scheidenbereich, im Bauchfell, in den Eierstöcken oder in der Darmwand.

„Je nach Lokalisation und Einzelfall kann dies zu sehr unterschiedlichen Beschwerden führen, was die richtige Diagnosestellung oft zu einer Herausforderung macht“, weiß Dr. Anastasia Altides. Die Leiterin des zertifizierten Endometriosezentrums des Uniklinikums Würzburg (UKW) fährt fort: „Um hier den niedergelassenen Frauenärztinnen und Frauenärzten die Diagnose- und Therapiemöglichkeiten im ambulanten Setting aufzuzeigen, planen wir, im kommenden Jahr einen entsprechenden Crashkurs anzubieten.“

Damit das Vorhaben auch tatsächlich Wirklichkeit werden kann, überreichte die Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp den Projektverantwortlichen des UKW Anfang November dieses Jahres eine Spende über 10.000 Euro.
„Wie wir erfahren haben, ist etwa jede zehnte Frau in Deutschland von Endometriose betroffen. Der Kurs wird also dazu beitragen, dass wirklich vielen Frauen ein unnötig langer Leidensweg erspart bleibt. Damit ist das Geld aus unserer Sicht sehr gut investiert“, kommentierte Catharina Kipping, Referentin der Stiftung, bei der symbolischen Scheckübergabe am Klinikum.
 

Prof. Dr. Achim Wöckel, der Direktor der Würzburger Universitäts-Frauenklinik, bedankte sich – gerade auch im Namen der Betroffenen – herzlich für die großzügige Unterstützung.

 

Universitätsmedizin feierte den „dies academicus“

Hans-Christian Pape erhielt die Ehrendoktorwürde, Tim von Oertzen wurde in sein Amt als Ärztlicher Direktor eingeführt, und zwei Forscherinnen erhielten Preise für ihre herausragenden Dissertationen.

Foto von der Verleihung der Ehrendoktorwürde an Hans-Christian Pape mit Universitätspräsident Paul Pauli und Dekan Matthias Frosch
Verleihung der Ehrendoktorwürde an Hans-Christian Pape (Mitte) mit Universitätspräsident Paul Pauli (links) und Dekan Matthias Frosch. (Foto: Jörg Fuchs / Universität Würzburg)
Foto von Dr. Vanessa Göb, hier mit Professor Stefan Frantz und Dekan Matthias Frosch
Der Wollheim-Preis ging an Dr. Vanessa Göb, hier mit Professor Stefan Frantz (links) und Dekan Matthias Frosch. (Foto: Jörg Fuchs / Universität Würzburg)
Foto von Dr. Stefanie Schwinn, hier mit Professorin Nurcan Üçeyler und Dekan Matthias Frosch
Den Promotionspreis der Klug und Sichler Stiftung erhielt Dr. Stefanie Schwinn, hier mit Professorin Nurcan Üçeyler (links) und Dekan Matthias Frosch. (Foto: Jörg Fuchs / Universität Würzburg)

Bei ihrem Akademischen Tag, dem „dies academicus“, erinnern die Medizinische Fakultät und das Universitätsklinikum (UKW) Würzburg an einen wichtigen Meilenstein ihrer Geschichte: an die Eröffnung des Luitpoldkrankenhauses am 2. November 1921. „Damals wurde das Fundament für die erfolgreiche Entwicklung eines national und international renommierten Forschungsstandorts gelegt, der das Profil der Universität Würzburg entscheidend prägt“, so Dekan Professor Matthias Frosch.

Die Feier fand am 6. November 2023 im Hörsaal des Rudolf-Virchow-Zentrums / Instituts für Molekulare Infektionsbiologie statt. In ihrem Rahmen wurden Auszeichnungen vorgenommen und der neue Ärztliche Direktor des UKW, Privatdozent Dr. Tim von Oertzen, feierlich ins Amt eingeführt. 

Markus Blume, Bayerns Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, grüßte die Universitätsmedizinfamilie und die Preisträgerinnen und Preisträger an „einem der traditionsreichsten und besten Medizinstandorte in Bayern“ in einer Videobotschaft.

Neuen Ärztlichen Direktor vorgestellt

Der Dekan stellte den neuen Ärztlichen Direktor vor. Tim von Oertzen hat dieses Amt als Nachfolger von Professor Jens Maschmann zum 1. Oktober 2023 angetreten. Der Neurologe war zuvor erster stellvertretender Ärztlicher Direktor des Kepler Universitätsklinikums Linz. Mehr: https://www.uni-wuerzburg.de/aktuelles/einblick/single/news/neuer-aerztlicher-direktor-am-uniklinikum/

Ehrendoktorwürde für Hans-Christian Pape

Beim „dies academicus“ verlieh die Medizinische Fakultät Professor Hans-Christian Pape von der Universität Münster die Ehrendoktorwürde. Damit würdigte sie seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen und seine Verbundenheit mit der Würzburger Universitätsmedizin.

Wie Professor Jürgen Deckert in der Laudatio betonte, zählt der Geehrte zu den weltweit führenden Neurophysiologen. Er erforschte unter anderem die molekularen und zellulären Mechanismen von emotionalem Verhalten und Gedächtnis, mit einem Schwerpunkt auf Furcht und Angst, sowie deren klinisch relevante Störungen. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt lag auf rhythmischen Aktivitätszuständen des Gehirns, die den Wach-Schlaf-Zyklus, aber auch Formen der Epilepsie bestimmen. 

Für seine wissenschaftlichen Arbeiten erhielt Pape zahlreiche Forschungspreise, darunter den Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis und den Max-Planck-Forschungspreis. Seit 2003 ist er Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina.

Professor Pape hatte leitende Rollen in sehr erfolgreichen Sonderforschungsbereichen. Als Sprecher des SFB TRR 58 „Furcht, Angst und Angsterkrankungen“, an dem auch Würzburger Forschende mitwirkten, trug er wesentlich zur interdisziplinären und fakultätsübergreifenden Entwicklung der Neurowissenschaften in Würzburg bei. Seine überaus enge Bindung an Würzburg zeigt sich auch in der 2021 erfolgten Ernennung zum Mitglied des Würzburger Universitätsrates und sein Engagement für die interdisziplinäre wissenschaftliche Weiterentwicklung der Julius-Maximilians- Universität.

Promotionspreis für Dr. Vanessa Göb

Den Wollheim-Preis erhielt Dr. Vanessa Göb. Die Auszeichnung ist für herausragende Promotionsarbeiten auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Forschung vorgesehen. Vanessa Göbs preisgekrönte Arbeit trägt den Titel „Pathomechanismen des ischämischen Schlaganfalles“. Betreuer war Professor David Stegner vom Institut für Experimentelle Biomedizin des UKW.

Dr. Göb nutzte in ihrer Dissertation bildgebende Verfahren, um die Rolle der Blutplättchen beim ischämischen Schlaganfall zu untersuchen. Dabei zeigte sie unter anderem, dass es erst deutlich nach der Ausbreitung des neuronalen Schadens zu einer nennenswerten Thrombusbildung kommt. Somit konnte sie die nach wie vor vorherrschende Vorstellung widerlegen, dass der Zusammenbruch der Mikrozirkulation des Gehirns in Folge von Thrombosierung ursächlich für die Infarktprogression ist.

„Dr. Göb konnte die Ergebnisse ihrer Arbeit auf zahlreichen Konferenzen präsentieren und hat damit wichtige Beiträge zu mehreren hochrangigen Publikationen geleistet. Sie ist eine herausragende und begeisterte Wissenschaftlerin, die es auch über ihre Promotionsarbeit hinausgehend versteht, wichtige Brücken zwischen Grundlagenwissenschaft und klinischer Forschung zu schlagen“, so Professor Stefan Frantz, der die Laudatio sprach.

Der Preis ist nach Ernst Wollheim benannt (1900-1981), der von 1948 bis 1970 an der Universität Würzburg Professor für Innere Medizin und Direktor der Medizinischen Klinik war. Nach seiner Emeritierung errichtete er die Ernst und Hedda Wollheim-Stiftung zur Erforschung des Bluthochdrucks. Deren Vorstand beschloss 2006, zur Erinnerung an den Stifter den Wollheim-Preis ins Leben zu rufen.

Promotionspreis für Dr. Stefanie Schwinn

Der Promotionspreis aus dem Nachlass von Klug und Sichler wird an herausragende Dissertationen auf dem Gebiet der Krebsforschung vergeben. Er ging an Dr. Stefanie Schwinn für ihre Arbeit über „Neue Behandlungsmöglichkeiten des Gruppe 3-Medulloblastoms im orthotopen Mausmodell“. Betreuer waren Professor Matthias Wölfl von der Kinderklinik und Professor Andreas Beilhack von der Medizinischen Klinik II des UKW.

Dr. Schwinn hat neue Substanzen gesucht, um das Therapiespektrum beim Medulloblastom zu erweitern, einem besonders aggressiven Hirntumor bei Kindern. In einem aufwändigen Mausmodell identifizierte sie die Kombination des Zytostatikums Gemcitabin mit dem VEGF-Rezeptor-Inhibitor Axitinib als besonders wirksam gegenüber Medulloblastomzellen.

Es stellte sich heraus, dass die gewählte Therapieoption mindestens ähnlich gute Ergebnisse erzielte wie die Standardtherapie, dafür aber insgesamt besser vertragen wurde. Die Ergebnisse hat Dr. Schwinn 2021 als Erstautorin im Journal Scientific Reports veröffentlicht. „Zusammenfassend hat Frau Dr. Schwinn einen wichtigen Beitrag zu möglichen Therapiekonzepten für Kinder mit diesem sehr aggressiven Hirntumor geleistet und ihre Daten können nun in klinischen Projekten weiterentwickelt werden“, so Professorin Nurcan Üçeyler, die die Laudatio sprach.

Der Preis geht auf zwei Frauen zurück. Die Gastwirtin und Landwirtin Coletta Klug vom Untermain verfügte per Testament, ihr Vermögen der Universität Würzburg zu hinterlassen, um dieses für die Krebsforschung einzusetzen. Auch Helene Sichler wollte mit ihrem Nachlass ihre persönliche Verbundenheit der Universität Würzburg gegenüber ausdrücken und die Mittel bevorzugt für die Krebsforschung verwendet sehen.