Aktuelle Pressemitteilungen

1,7 Milliarden für UKW-Norderweiterung beschlossen

Entscheidung des Bayerischen Ministerrates am 23. Juni / „Spitzenmedizin weiter ausbauen“

 

Das Modell zeigt den Entwurf für den ersten Bauabschnitt auf dem Erweiterungsgelände Nord am UKW. Im Herbst 2026 können nun die Vorabmaßnahmen zur Erschließung starten. Fotonachweis: H.-P. Wuthenow
Das Modell zeigt den Entwurf für den ersten Bauabschnitt auf dem Erweiterungsgelände Nord am UKW. Im Herbst 2026 können nun die Vorabmaßnahmen zur Erschließung starten. Fotonachweis: H.-P. Wuthenow

Würzburg. Grünes Licht für das Erweiterungsgelände Nord des Universitätsklinikums Würzburg (UKW): Der Bayerische Ministerrat hat in seiner Sitzung am 23. Juni 2026 den Beschluss für den Neubau auf dem Erweiterungsgelände Nord des UKW gefasst. Rund 1,7 Milliarden Euro werden für das Bauprojekt bereitgestellt.

„Der Beschluss belegt erneut die Strahlkraft des Universitätsklinikums Würzburg und ist ein starkes Bekenntnis für Spitzenmedizin in Unterfranken. Durch die Norderweiterung können wir die Leistungsstärke der hiesigen Universitätsmedizin in den kommenden Jahrzehnten weiter ausbauen“, betont Prof. Dr. Tim J. von Oertzen, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKW. 

Neubau führt Klinikbereiche zusammen

Der erste Bauabschnitt auf dem Erweiterungsgelände Nord wird zukünftig für die Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und die Augenklinik – beide bisher in der Kopfklinik – sowie für die Frauenheilkunde eine Nutzungsfläche von insgesamt rund 30.000 qm schaffen. Das bietet Platz für rund 270 Betten, Operationssäle, Intensivpflegeplätze und Zentraleinrichtungen. Die topmodernen Räumlichkeiten werden die jetzigen Flächen aus den 1970er (Kopfklinik) bzw. 1930er Jahren (Frauenklinik) ersetzen. Ein zweiter Bauabschnitt soll in den kommenden Jahrzehnten folgen.

„Die Zusammenführung der Klinikbereiche an einem Standort bringt ganz konkrete Vorteile für die Patienten und für die Mitarbeitenden. Der Neubau bietet modernste Infrastruktur, Wege werden kürzer und die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Klinikbereiche wird gestärkt“, betont Marcus Huppertz, Pflegedirektor am UKW.

Erste sichtbare Etappe für den Neubau startet im Herbst

„Wir sind sehr dankbar über die große Unterstützung des Freistaates Bayern, auch bei diesem Projekt. Bereits in diesem Herbst kann mit der Erschließung des Baufeldes die erste sichtbare Etappe für den Neubau gestartet werden“, sagt Philip Rieger, Kaufmännischer Direktor des UKW. Bereits am 16. April hatte der Haushaltsausschuss im Bayerischen Landtag den Vorabmaßnahmen zur Erschließung des Erweiterungsgeländes Nord am UKW zugestimmt. Auch für die Gesamtmaßnahme bedarf es noch der Zustimmung des Haushaltsauschusses im Bayerischen Landtag. 

„Die Entscheidung ist ein großartiger Impuls für die Versorgung in der Region und natürlich ebenso für den biomedizinischen Forschungsstandort Würzburg, der damit einen weiteren Schub in seiner exzellenten Entwicklung erfährt“, so Prof. Dr. Matthias Frosch, Dekan der Medizinischen Fakultät in Würzburg.

Stärkung der kritischen Infrastruktur

Mit dem Neubauvorhaben wird auch die Krisenresilienz der UKW-Infrastruktur deutlich gestärkt: So ist geplant, dass die künftige Tiefgarage des Neubaus im Krisenfall für 100 unterirdische Behandlungsplätze mit 2 OP-Sälen und 40 Intensivplätzen umgerüstet werden kann.

Das Modell zeigt den Entwurf für den ersten Bauabschnitt auf dem Erweiterungsgelände Nord am UKW. Im Herbst 2026 können nun die Vorabmaßnahmen zur Erschließung starten. Fotonachweis: H.-P. Wuthenow
Das Modell zeigt den Entwurf für den ersten Bauabschnitt auf dem Erweiterungsgelände Nord am UKW. Im Herbst 2026 können nun die Vorabmaßnahmen zur Erschließung starten. Fotonachweis: H.-P. Wuthenow

Personalia vom 23. Juni 2026 +++ Wir gratulieren!

Hier lesen Sie Neuigkeiten aus dem Bereich Personal: Neueinstellungen, Dienstjubiläen, Forschungsfreisemester und mehr.

Dr. Dominik Groos, experimentelle und theoretische Netzwerk-Neurowissenschaften, Universität Zürich, Schweiz, kommt mit einem Humboldt-Forschungsstipendium für Postdocs zu Prof. Dr. Philip Tovote ans Institut für Klinische Neurobiologie.

Dr. Lars Kollmann, Facharzt, Klinik und Poliklinik für Allgemein-, Viszeral-, Transplantations-, Gefäß- und Kinderchirurgie (Chirurgische Klinik I), wurde mit Wirkung vom 16.06.2026 die Lehrbefugnis für das Fachgebiet Chirurgie erteilt.

Dr. Fabian Kraus, Geschäftsführender Oberarzt, Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie, wurde mit Wirkung vom 16.06.2026 die Lehrbefugnis für das Fachgebiet Phoniatrie und Pädaudiologie erteilt.
 

einBlick - Das Online-Magazin der Universität Würzburg vom 23. Juni 2026

Stefan Silbernagl: Universitätsarchiv hat Nachlass des Mediziners aufbereitet

Ein Forscherleben in 21 Schachteln: Wer im Universitätsarchiv die Deckel der Archivboxen öffnet, begegnet dem Geist, der den Würzburger Medizinprofessor Stefan Silbernagl mehr als 20 Jahre lang angetrieben hat.

 

Neues Institut und eigenhändige Zeichnung des Professors aus einem Fotoalbum von 1963.
Aus dem Nachlass des Würzburger Physiologen Stefan Silbernagl: Bild aus einem Fotoalbum von 1963 zum Neubau des Instituts und eigenhändige Zeichnung des Professors. UAWue NL Silbernagl 36 / UAWue NL Silbernagl 27. (Bild: Mareile Mansky / Universität Würzburg)
Eine eigenhändige Zeichnung des Physiologieprofessors Stefan Silbernagl.
Eine eigenhändige Zeichnung des Physiologieprofessors Stefan Silbernagl. UAWue NL Silbernagl 27 (Bild: Mareile Mansky / Universität Würzburg)

„Der Silbernagl“ ist im Lauf der Jahrzehnte durch die Hände zahlloser Medizinstudierender gegangen. Gemeint ist das Standardwerk „Lehrbuch der Physiologie“, das der Würzburger Professor Stefan Silbernagl (1939-2025) mitverfasst hat.

Die Arbeit an dem Buch war nicht die einzige publizistische Tätigkeit des Professors. Er gehörte auch zum Herausgebergremium der Fachzeitschrift „Physiologie“. Sitzungsprotokolle, Manuskripte, Planungen für zukünftige Hefte: Was sich bei dieser Tätigkeit hinter den Kulissen abspielte, hat das Universitätsarchiv Würzburg jetzt erschlossen.

Die Unterlagen sind Teil des umfangreichen wissenschaftlichen Nachlasses, den das Universitätsarchiv nach dem Tod des renommierten Physiologen vom Institut übernommen hat. Immer wieder kümmert sich das Archivteam um solche Nachlässe von Universitätsangehörigen, bereitet sie auf und macht sie der Forschung zugänglich.

Renommierter Nieren- und Membranforscher

Stefan Silbernagl leitete von 1981 bis 2004 den Lehrstuhl für Physiologie in der Medizinischen Fakultät. Die Schwerpunkte seiner Forschung lagen auf der Nieren- und der Zellphysiologie. Für seine herausragenden Leistungen erhielt er viele Ehrungen; die JMU verlieh ihm 2015 die Verdienstmedaille „Bene merenti“ in Gold. Der Professor war elf Jahre lang Sprecher eines DFG-Sonderforschungsbereichs, in dem die Signalübertragung und der Stofftransport an Membranen untersucht wurden.

Zu diesem Forschungsgebiet finden sich in seinem Nachlass unter anderem persönlich angefertigte Zeichnungen, in denen er das Geschehen an den Zellmembranen skizziert hat. Ebenfalls sehenswert: Ein Fotoalbum, das Beschäftigte des Instituts und des Universitätsbauamts zur Fertigstellung des Institutsanbaus 1963 zusammengestellt haben. Das Bild auf der ersten Seite zeigt den Neubau, und auf dessen Parkplatz stehen einige angesagte Automodelle dieser Zeit.

Aktuell 50 Nachlässe im Uniarchiv

Drei Monate hat es gedauert, bis das Team des Uniarchivs den Nachlass des Physiologen erschlossen hatte. Das Ergebnis füllt 21 Archivschachteln, die etwa so groß wie ein Schuhkarton sind. Damit gehört der Silbernagl-Nachlass zu den umfangreicheren im Archiv – die meisten anderen der aktuell 50 Nachlässe bestehen aus deutlich weniger Stücken und passen oft in eine A4-Mappe.

Der Silbernagl-Nachlass umfasst Laborbücher mit Versuchsauswertungen, Ordner mit Vortragsmanuskripten, Protokolle über Versammlungen und Tagungen, lehrstuhlbezogene Dokumente, Materialien zur Deutschen Physiologischen Gesellschaft und Fotografien. Der Schriftverkehr mit in- und ausländischen Universitäten und anderen Institutionen zeigt, wie stark Silbernagl international vernetzt war.

Universitätsgeschichte wird bewahrt

Beim Aufbereiten von Nachlässen prüfen die Beschäftigten des Archivs jedes einzelne Stück sorgfältig. Sie verpacken dann alles in Mappen und Schachteln aus säurefreiem Material, damit es die Zeit gut überdauert, und erstellen ein digitales Verzeichnis, mit dem man die Dokumente leicht wiederfindet. Auf diese Weise ermöglichen sie unterschiedlichste Forschungsarbeiten und bewahren ein Stück Universitätsgeschichte.

Weblink: Universitätsarchiv Würzburg 

 

einBlick - Das Online-Magazin der Universität Würzburg vom 23. Juni 2026

Neues Institut und eigenhändige Zeichnung des Professors aus einem Fotoalbum von 1963.
Aus dem Nachlass des Würzburger Physiologen Stefan Silbernagl: Bild aus einem Fotoalbum von 1963 zum Neubau des Instituts und eigenhändige Zeichnung des Professors. UAWue NL Silbernagl 36 / UAWue NL Silbernagl 27. (Bild: Mareile Mansky / Universität Würzburg)
Eine eigenhändige Zeichnung des Physiologieprofessors Stefan Silbernagl.
Eine eigenhändige Zeichnung des Physiologieprofessors Stefan Silbernagl. UAWue NL Silbernagl 27 (Bild: Mareile Mansky / Universität Würzburg)

Pionierinnen der Psychologie: Neue Ausstellung am Pleicherwall

Das Zentrum für Geschichte der Psychologie der Universität Würzburg porträtiert in seiner neuen Ausstellung mehr als 30 Psychologinnen des 20. Jahrhunderts aus dem deutschsprachigen Raum.

 

Ausstellung über Pionierinnen der Psychologie. Im Vordergrund auf einem Sockel liegt eine rote Rose und links stehen drei Sockel mit einer Büste.
Blick in die Ausstellung über Pionierinnen der Psychologie. (Bild: Armin Stock / Universität Würzburg)

Selten widmen sich Ausstellungen an der Universität Würzburg ausschließlich einer Gruppe, die nicht nur in der Wissenschaft häufig unterschätzt und übergangen wird: Frauen. Die neue Ausstellung „Self-MINDED – Female Pioneers of Psychology“ des Zentrums für Geschichte der Psychologie befasst sich in englischer Sprache ausschließlich mit Wissenschaftlerinnen, die die Psychologie von ihren Anfängen an entscheidend mitgeprägt haben.

Die Ausstellung porträtiert mehr als 30 Psychologinnen aus dem deutschsprachigen Raum und macht ihre Beiträge zur Entwicklung der Psychologie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts deutlich. Die Lebenswege, Forschungen und wissenschaftlichen Leistungen der Psychologinnen werden anhand von Fotografien, Originalpublikationen, Dokumenten, Filmmaterial und historischen Objekten lebendig.

Akademische Erfolge und Diskriminierung

Der Rundgang durch die Ausstellung folgt mit überraschenden Wendungen und scharfen Kurven den oft bewegten Biografien der Pionierinnen. Er erzählt von wissenschaftlicher Neugier und akademischen Erfolgen, aber auch von Hindernissen und Diskriminierung.

Viele der porträtierten Frauen mussten gegen Vorurteile kämpfen, allein weil sie Frauen waren. Andere waren durch die Verfolgung des NS-Regimes zur Emigration gezwungen oder verloren ihre wissenschaftlichen Positionen.

Dennoch entwickelten sie Ideen, die unser Verständnis vom Menschen bis in die Gegenwart prägen. Viele ihrer Erkenntnisse sind heute selbstverständlicher Teil psychologischen Wissens – auch wenn die Namen der Urheberinnen oft in Vergessenheit geraten sind.

Wissenschaftsgeschichte wird erlebbar

Bei der Eröffnung am 12. Juni 2026 berichtete Zentrumsleiter Professor Armin Stock, mit welchem Engagement seine Mitarbeitenden und er die vergangenen Monate an der Ausstellung gearbeitet haben.

In die Konzeption und Umsetzung seien unzählige Stunden wissenschaftlicher Recherche, handwerklicher Arbeit, technischer Eigenentwicklungen und gestalterischer Detailarbeit eingeflossen: „Das Ergebnis ist eine Ausstellung, die Wissenschaftsgeschichte auf innovative und persönliche Weise erlebbar macht“, so der Professor.

Psychologinnen kommen in Audios zu Wort

„Self-MINDED“ lädt dazu ein, bekannte Perspektiven auf die Geschichte der Psychologie zu hinterfragen und die Leistungen jener Frauen kennenzulernen, ohne die das Fach heute nicht dasselbe wäre.

Audioinformationen begleiten den Ausstellungsbesuch: Per Smartphone kommen die Pionierinnen über QR-Codes selbst zu Wort. Sie erzählen von ihren Forschungen, ihren Erfolgen und den Herausforderungen, denen sie begegneten. So können die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung die Pionierinnen der Psychologie intensiv kennenlernen – persönlich, eindrucksvoll und oft überraschend.

Gefördert wurde die neue Ausstellung vom Hogrefe-Verlag Göttingen sowie von der Werner und Rosemarie Traxel-Stiftung.

Besuchsinformationen

„Self-MINDED – Female Pioneers of Psychology“
Zentrum für Geschichte der Psychologie der Universität
Pleicherwall 1, 97070 Würzburg

15. Juni 2026 bis voraussichtlich Mitte Juni 2028
Besuche sind von Montag bis Freitag ausschließlich nach Anmeldung möglich:

E-Mail: zgp@ uni-wuerzburg.de 
Telefon: +49 931 31-88683 (Montag bis Freitag zwischen 08:30 und 12:00 Uhr)

Der Eintritt ist frei. Das Zentrum für Geschichte der Psychologie freut sich über Spenden für seine historische Forschungsarbeit.

Für die Nutzung der Audioinformationen sind ein Smartphone und eigene Kopfhörer mitzubringen.

Katalog zur Ausstellung

Die Ausstellung basiert maßgeblich auf dem Buch „Pionierinnen der Psychologie. Herausfordernde Karrieren deutschsprachiger Wissenschaftlerinnen im frühen 20. Jahrhundert“ von Wolfgang Schneider und Armin Stock, das gleichzeitig der Ausstellungskatalog ist.

 

einBlick - Das Online-Magazin der Universität Würzburg vom 23. Juni 2026 

 

Ausstellung über Pionierinnen der Psychologie. Im Vordergrund auf einem Sockel liegt eine rote Rose und links stehen drei Sockel mit einer Büste.
Blick in die Ausstellung über Pionierinnen der Psychologie. (Bild: Armin Stock / Universität Würzburg)

UKW erneut größtes Team beim WVV-Firmenlauf

Rund 300 Mitarbeitende des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) starten beim WVV-Firmenlauf 2026.

Das UKW wurde erneut als größtes Team beim WVV-Firmenlauf ausgezeichnet © Kim Sammet / UKW
Das UKW wurde erneut als größtes Team beim WVV-Firmenlauf ausgezeichnet © Kim Sammet / UKW
Trotz der Hitze herrschte beim WVV-Firmenlauf 2026 eine entspannte und ausgelassene Atmosphäre. © Kim Sammet / UKW
Trotz der Hitze herrschte beim WVV-Firmenlauf 2026 eine entspannte und ausgelassene Atmosphäre. © Kim Sammet / UKW
Auch der Kaufmännische Direktor des UKW Philip Rieger (links) nahm am Firmenlauf teil und ging gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen an den Start. © Kim Sammet / UKW
Die Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten des UKW bereiteten die Teilnehmenden mit professionellem Taping und einem gemeinsamen Aufwärmprogramm auf den Start vor. © Kim Sammet / UKW
Die Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten des UKW bereiteten die Teilnehmenden mit professionellem Taping und einem gemeinsamen Aufwärmprogramm auf den Start vor. © Kim Sammet / UKW
Die Teilnahme des UKW wurde durch das Betriebliche Gesundheitsmanagement organisiert, v. l.: Sabrina Seitz, Dr. Jens Holger Krannich. © Kim Sammet  / UKW
Die Teilnahme des UKW wurde durch das Betriebliche Gesundheitsmanagement organisiert, v. l.: Sabrina Seitz, Dr. Jens Holger Krannich. © Kim Sammet / UKW

Würzburg. Beim WVV-Firmenlauf am 18. Juni (Donnerstag) wurde das UKW mit rund 300 angemeldeten Läuferinnen und Läufern als größtes Team ausgezeichnet. Auch bei den Firmenläufen in den Vorjahren stellte das Klinikum das größte Team. Insgesamt meldeten sich mehr als 4.100 Teilnehmende für den diesjährigen Lauf an.  

Angesichts der hochsommerlichen Temperaturen von rund 32 Grad standen die Läuferinnen und Läufer vor besonderen Herausforderungen. Um die Belastung zu reduzieren, verschob der Veranstalter den Start kurzfristig von 19:30 Uhr auf 20 Uhr.

Trotz der Hitze herrschte am UKW-Teamzelt eine entspannte und ausgelassene Atmosphäre. Für die passende musikalische Unterhaltung sorgte ein DJ auf dem Veranstaltungsgelände, während die Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten des UKW die Teilnehmenden mit professionellem Taping und einem gemeinsamen Aufwärmprogramm auf den Start vorbereiteten.

Der schnellste Läufer des UKW war Dr. Jakob Lauerer, der die 8,4 km lange Strecke in nur 29:58 Minuten absolvierte. 

Die Teilnahme des UKW wurde wie in den Vorjahren durch das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) organisiert. Zudem beteiligten sich viele Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Geschäftsbereichen und Abteilungen an der reibungslosen Versorgung und Betreuung des Laufteams vor und nach dem Lauf.

Informationstag des Deutschen Schwerhörigenbund in Würzburg

In diesem Jahr führt der Deutsche Schwerhörigenbund (DSB) e.V. wieder an 4 Standorten Informationstage zu Zukunfts- und Inklusionsfragen für Hörgeschädigte durch.

Dazu lädt der DSB alle Betroffenen und/oder am Thema „Hören“ Interessierte herzlich ein. Die Veranstaltung für den Süden findet am Samstag, den 25.07.2026 in der Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie im Universitätsklinikum Würzburg, im Hörsaal der Kopfklinik Haus B2, Josef-Schneider-Straße 11 in 97080 Würzburg statt.  Hier wird von 9:30 Uhr bis 16 Uhr, neben interessanten Vorträgen zu medizinischen Aspekten, technischen Möglichkeiten oder Rehabilitationsmaßnahmen, am Nachmittag das Jubiläumsjahr 125 Jahre Schwerhörigenbewegung in Deutschland Thema eines Vortrages sein. Wie war die Entwicklung bis heute zu den aktuellen Möglichkeiten in der Selbsthilfearbeit und was bringt uns die Zukunft?  Darüber können die Teilnehmer des Tages mit dem Präsidium diskutieren und ihre Wünsche und Ideen einbringen. In einer kleinen Fachausstellung können sich die Besucher über Produkte und Dienstleistungen informieren, welche für Hörgeschädigte angeboten werden. Die Veranstaltung ist barrierefrei, u.a. mit Übertragungsanlagen für Hörsysteme und wird durch Schriftdolmetscher*innen begleitet. Für die Verpflegung wird ein kleiner Unkostenbeitrag von 5,-EUR erhoben.

Mit diesem Tag soll die Öffentlichkeit über die Problemkreise, mit denen Hörgeschädigte sich auseinanderzusetzen haben, aufgeklärt und anhand fachspezifischer Informationen sensibilisiert werden. Nur wenn es gelingt die Gesellschaft offen und bereit zu machen für Hörgeschädigte (auch für Cochlea-Implantat Träger) etwas zu tun, wird es gelingen, diese Menschen zu integrieren. Der Infotag ist ein konkreter Schritt bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, insbesondere bei der barrierefreien Kommunikation. Damit werden hoffentlich auch die Barrieren, die in den Köpfen der Menschen existieren, abgebaut.

Der Deutsche Schwerhörigenbund e.V. (DSB) vertritt und engagiert sich aktiv für die Interessen der schwerhörigen und ertaubten Menschen in Deutschland auf örtlicher, Landes- und Bundesebene. Basis der Arbeit des DSB sind die Landes- und Ortvereine mit ihren Selbsthilfegruppen, die sich zum Bundesverband zusammengeschlossen haben. Der DSB nimmt Einfluss auf politische Prozesse im Bereich des Sozial- und Behindertenrechts und ist in zahlreichen politischen Gremien vertreten. Des Weiteren arbeitet der DSB international mit europäischen und weltweiten Verbänden wie der WHO zusammen.

Einen Link zur Anmeldung und weitere Informationen finden Interessierte unter https://schwerhoerigen-netz.de/regionalveranstaltungen/ 

Für Rückfragen: E-Mail: dsb@ schwerhoerigen-netz.de , Telefon: 030 – 47 54 11 14
V.i.S.d.P.: Dr. Matthias Müller (Präsident) E-Mail: matthias.mueller@ schwerhoerigen-netz.de 

 

Broschüre 125 Jahre Deutsche Schwerhörigenbewegung

RIV Flyer Würzburg_18.06.

 

Pressemitteilung Deutscher Schwerhörigenbund e.V. vom 17. Juni 2026

 

 

Studie stellt Nutzen von Schutzkitteln auf Neonatologien infrage

BALTIC-Studie mit knapp 10.000 Früh- und Neugeborenen zeigt: Konsequente Händedesinfektion schützt vor schweren Infektionen ebenso wirksam wie zusätzliche Schutzkleidung

Collage zeigt wie Christoph Härtel in weißem Kittel den Deinfektionsmittelspender bedient und rechts wie er Schutzkleidung und Handschuhe trägt.
Der Einsatz von Schutzkleidung benötigt eine Indikation für besondere Situationen. In der Routineversorgung belastet der ungezielte Einsatz nicht nur Umwelt und Geldbeutel, sondern beeinflusst auch den Kontakt zum Kind sowie die Händehygiene. Die von Christoph Härtel geleitete BALTIC-Studie zeigt nun, dass eine konsequente Händedesinfektion Früh- und Neugeborene vor schweren Infektionen ebenso wirksam schützt wie zusätzliche Schutzkleidung. © Kirstin Linkamp / UKW

Eine große deutsche Studie mit fast 10.000 Neugeborenen auf Intensivstationen zeigt: Eine sorgfältige Händedesinfektion des Personals schützt gefährdete Babys genauso gut vor bestimmten Krankenhausinfektionen wie zusätzliche Schutzmaßnahmen mit Kitteln und Handschuhen. Untersucht wurden Früh- und Neugeborene, die mit antibiotikaresistenten gramnegativen Bakterien besiedelt waren. Solche Keime gelten in Kliniken als besonders problematisch, weil sie gegen wichtige Antibiotika unempfindlich sein können.

Lübeck/Würzburg. Dank der Fortschritte in der Früh- und Neugeborenenmedizin überleben heute deutlich mehr sehr kleine Frühgeborene und Neugeborene mit schweren Erkrankungen. Gleichzeitig sind diese Kinder auf Intensivstationen besonders anfällig für Infektionen, da ihr Immunsystem noch unreif ist und sie häufig invasive Behandlungen wie Katheter oder Beatmung benötigen. Besonders gefährlich sind Blutvergiftungen (Sepsis), die durch antibiotikaresistente gramnegative Bakterien verursacht werden und schwere sowie langfristige Folgen haben können.

Zur Infektionsvermeidung werden in vielen Kliniken neben der Händedesinfektion zusätzliche Maßnahmen wie Schutzkleidung und Handschuhe eingesetzt – insbesondere, wenn die Neugeborenen mit bestimmten resistenten Bakterien besiedelt sind. Ob diese sogenannten erweiterten Barrieremaßnahmen einen klaren Vorteil gegenüber konsequenter Händehygiene bieten, war jedoch bislang wissenschaftlich nicht eindeutig belegt. Diese Wissenslücke hat ein Studienteam unter der Leitung von Prof. Dr. Christoph Härtel, dem Direktor der Kinderklinik am Uniklinikum Würzburg, nun geschlossen. 

Hoher Aufwand für erweiterte Schutzmaßnahmen

„Wir wollten wissen, ob eine konsequente Händedesinfektion allein genauso wirksam ist wie eine Kombination aus Händedesinfektion, Schutzkittel und Einmalhandschuhen“, erläutert Christoph Härtel. Anlass für die Studie war die Frage, ob der erhebliche Aufwand der erweiterten Barrieremaßnahmen durch einen nachweisbaren zusätzlichen Nutzen gerechtfertigt ist. Neben den Kosten und dem Zeitaufwand spielt dabei auch die Umweltbelastung durch große Mengen an Einwegmaterialien eine Rolle. „Die Schutzkleidung kann den direkten Kontakt zum Kind verringern, ein falsches Sicherheitsgefühl vermitteln und möglicherweise sogar die Qualität der Händedesinfektion beeinträchtigen“, zählt Härtel die Nachteile auf.

In der BALTIC-Studie (Barrier Protection to Lower Transmission and Infection Rates With Gram-Negative Bacteria in Preterm Children) wurden die Schutzbarrieren zur Senkung von Übertragung und Infektionsraten bei Frühgeborenen mit gramnegativen Bakterien auf zwölf neonatologischen Intensivstationen der Maximalversorgung in einer über einen Zeitraum von 24 Monaten laufenden, cluster-randomisierten, kontrollierten Studie (RCT, Randomized Controlled Trial) im Crossover-Ansatz untersucht. 

Professorin Inke König, verantwortliche Biometrikerin der Studie und Institutsdirektorin für Medizinische Biometrie und Statistik an der Universität Lübeck (IMBS) erläutert: „Der Cluster-RCT ist ein gut geeignetes Studiendesign für Hygienefragestellungen, da Hygienemaßnahmen naturgemäß kollektiv auf der Station wirken und sich nicht präzise auf einzelne Personen begrenzen.“ In jeder Klinik galt somit jeweils ein Jahr lang die übliche Praxis mit Kitteln, Handschuhen und Händedesinfektion, im weiteren Jahr stand die konsequente Händedesinfektion im Mittelpunkt. 

Vergleichbare Infektionsraten in beiden Gruppen

Konkret analysierten die Forschenden die klinischen Verläufe von fast 10.000 Neugeborenen mit einem hohen Risiko für Infektionen durch gramnegative Bakterien, die gegen Cephalosporine der dritten Generation resistent sind. Davon war etwa jedes zehnte Kind tatsächlich mit diesen Bakterien besiedelt. Das Ergebnis: Schwere Blutinfektionen traten in beiden Gruppen gleich selten auf. Auch die Weiterverbreitung der Keime unterschied sich nicht wesentlich. Das Studienteam sieht darin einen Hinweis, dass eine konsequent durchgeführte Händehygiene der entscheidende Faktor im Infektionsschutz ist. Auf zusätzliche Schutzkleidung könnte bei der Routineversorgung bestimmter Kinder verzichtet werden.

Sorgfältige Händedesinfektion bleibt weiterhin unverzichtbar

Dies hätte mehrere Vorteile: Pflegekräfte könnten flexibler arbeiten, der Materialverbrauch würde reduziert und Ressourcen könnten gezielter dort eingesetzt werden, wo sie den größten Nutzen bringen. „Schutzkleidung sollte nach diesen Erkenntnissen nur eingesetzt werden, wenn ein klarer medizinischer Nutzen nachgewiesen ist“, resümiert Christoph Härtel. „Eine sorgfältige Händedesinfektion bleibt aber weiterhin unverzichtbar. Gerade auf Intensivstationen für Früh- und Neugeborene gehört sie zu den wichtigsten Maßnahmen zum Schutz vor Krankenhausinfektionen.“ 

Evidenzbasierte Infektionsprävention stärken

„Insgesamt sprechen die Ergebnisse der BALTIC-Studie dafür, künftig stärker auf gezielte und wissenschaftlich belegte Maßnahmen zur Infektionsprävention und -kontrolle zu setzen. Dadurch könnten personelle und materielle Ressourcen dort eingesetzt werden, wo sie den größten Nutzen entfalten“, fasst Dr. Kirstin Barbara Faust, Oberärztin in der Neonatologie der Universitätskinderklinik Lübeck und Erstautorin der Studie, die Ergebnisse zusammen.

Die Studie wurde gefördert vom Bundesministerium für Bildung Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) bzw. dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF), der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) und der DAMP-Stiftung. 

Publikation: Faust K, Strecker F, Haug C, et al. Extended Barrier Precautions vs Hand Hygiene Alone and Neonatal Sepsis in Intensive Care Patients: The BALTIC Cluster-Randomized Clinical Trial. JAMA Netw Open. 2026;9(5):e2612759. doi:10.1001/jamanetworkopen.2026.12759

Infektionen gehören zu den Forschungsschwerpunkten der Universitätsmedizin Würzburg

Prof. Dr. Christoph Härtel initiierte die BALTIC-Studie noch während seiner Zeit in Lübeck. Bis zu seinem Wechsel nach Würzburg im Mai 2020 leitete er dort den Bereich Infektiologie, Immunologie und Rheumatologie in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. Diese Forschungsschwerpunkte baut er als Direktor der Kinderklinik am Universitätsklinikum Würzburg sukzessive aus – sowohl im Rahmen überregionaler Forschungsnetzwerke als auch auf dem Würzburger Campus. Hier bilden die Immunologie und Infektiologie ausgewiesene Kernbereiche in Klinik und Forschung. Dabei ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit ein wichtiger Katalysator. So wirkte beispielsweise auch Prof. Dr. Stefanie Kampmeier an der BALTIC-Studie mit. Die Professorin für Krankenhaushygiene leitet die Zentrale Einrichtung für Krankenhaushygiene und Antimicrobial Stewardship am UKW. Sie ist zudem Sektionssprecherin des Bayerischen Surveillancezentrums (BaySurv) des Bayerischen Zentrums für Präventive Infektionsmedizin (BZI) sowie Co-Sprecherin des NUM-Fachnetzwerkes Infektionen (SNID). Im Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) hat sie gerade die neue Studie PREVENT initiiert. In dieser Studie wird unter anderem an 22 Universitätskliniken untersucht, welche Hygienemaßnahmen am besten vor Krankenhauskeimen schützen. 

Interview mit Christoph Härtel zur BALTIC-Studie

Im Interview erläutert Christoph Härtel, inwiefern die Hygienemaßnahmen bei Erwachsenen und Neugeborenen vergleichbar sind, wie sich die Risiken bei Früh- und Neugeborenen unterscheiden, warum Schutzkleidung in die Leitlinien aufgenommen wurde, welche Auswirkungen diese auf die Psyche, aber auch auf die Qualität der Händedesinfektion hat und warum die BALTIC-Studie für ein Aufatmen sorgt. Zudem gibt er einen Ausblick auf die nächsten Forschungsschritte: Mit seinem Team möchte er das Screening auf Erreger verbessern. Schlussendlich schildert er noch einmal, warum die Händedesinfektion auch beim Tragen der Schutzkleidung wichtig ist, wie sie korrekt ausgeführt wird und vor allem, wann man sich die Hände desinfizieren sollte. Das Interview finden Sie hier

Collage zeigt wie Christoph Härtel in weißem Kittel den Deinfektionsmittelspender bedient und rechts wie er Schutzkleidung und Handschuhe trägt.
Der Einsatz von Schutzkleidung benötigt eine Indikation für besondere Situationen. In der Routineversorgung belastet der ungezielte Einsatz nicht nur Umwelt und Geldbeutel, sondern beeinflusst auch den Kontakt zum Kind sowie die Händehygiene. Die von Christoph Härtel geleitete BALTIC-Studie zeigt nun, dass eine konsequente Händedesinfektion Früh- und Neugeborene vor schweren Infektionen ebenso wirksam schützt wie zusätzliche Schutzkleidung. © Kirstin Linkamp / UKW