HIT-Diagnostik
Empfehlungen zur HIT-Diagnostik (Heparin-induzierte Thrombozytopenie Typ II) am Universitätsklinikum Würzburg:
Die Anwendung von Heparin zur Therapie und Prophylaxe von Thrombembolien ist im klinischen Alltag weit verbreitet. Heparin ist darüber hinaus in vielen Blutprodukten, beispielsweise in PPSB und Gerinnungsfaktorkonzentraten enthalten. Als schwerwiegende Komplikation der Heparinexposition kann es zur Bildung von Antikörpern gegen einen Komplex aus Plättchenfaktor 4 (PF4) und Heparin kommen, die zu einem immunologisch bedingten Abfall der Thrombozytenzahl führen (Heparin-induzierte Thrombozytopenie Typ II, HIT Typ II).
Die Inzidenz der HIT II wird je nach Patientenkollektiv mit etwa null bis drei Prozent angegeben, wobei unter niedermolekularen Heparinen wesentlich seltener eine HIT II auftritt als unter unfraktioniertem Heparin. Besonders gefährdet sind Patientinnen und Patienten nach kardiochirurgischen Operationen oder größeren orthopädischen Eingriffen.
Empfehlungen
Bei einer HIT II kann aufgrund einer antikörpervermittelten Thrombozytenaktivierung paradoxerweise trotz Thrombozytopenie zur Ausbildung einer massiven Thrombembolie kommen. Deshalb muss bei einer HIT Typ II die Exposition gegenüber Heparin sofort beendet werden und auf eine alternative Antikoagulation umgestellt werden. Eine HIT II bedeutet auch, dass bei der Patientin oder dem Patienten künftig die Anwendung von Heparin kontraindiziert ist.
Bei einem Verdacht auf eine HIT Typ II wird von der Gerinnungsambulanz am Universitätsklinikum Würzburg folgendes Vorgehen empfohlen: